MorgenB l i t z
Zeitung für Deutschland ARCHIV Juli 2010

"Altbewährt - frisch aufgebacken!"
Das Familien-Magazin - auf unvergleichlichen Seiten


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  EU-Kommission verspricht Ende des Wirrwarrs
Ab 2011 nur noch ein Ladegerät für alle Handys

Ein einziges Ladegerät für alle Handys in Europa: Was sich noch wie ein Traum anhört, wird Anfang 2011 Wirklichkeit. Die Entwicklung sei auf einem gutem Weg, sagte EU-Kommissionssprecher Dennis Abbot: "Wir erwarten, dass das Gerät ab Anfang 2011 genutzt werden kann."
100731ladegeraete-tagesschau Apple und Co sind sich einig

Die führenden Handy-Hersteller einigten sich bereits 2009 auf ein einheitliches Ladegerät in der EU und verpflichteten sich zur Einführung des Standards. Beteiligt sind die zehn größten Handyproduzenten, unter anderem Apple, LG, Nokia, Samsung und Sony Ericsson. Das neue Ladegerät mache das Leben für die Verbraucher sehr viel einfacher, betonte die EU-Kommision. Bislang unterscheiden sich die Adapter zwischen den Herstellern, manchmal sogar zwischen einzelnen Modellen. Die technische Lösung für den Ladegeräte-Salat: Jedes neue Handy wird mit einer Mikro-USB-Buchse ausgestattet, an der das neue Ladegerät angeschlossen werden kann.

Weniger Elektroschrott

Moderne Businesstelefone haben schon eine entsprechende Buchse, sie wird auch für den USB-Datentransfer mit dem Computer genutzt. Nach Einschätzung der EU kann durch das einheitliche Ladegerät tonnenweise Elektroschrott vermieden werden. Denn Handynutzer müssen ihre alten Ladegeräte nicht mehr wegwerfen, wenn sie ein neues Telefon kaufen.

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Hersteller verpflichten sich gegenüber EU-Kommission
Einheitliche Handy-Ladegeräte bereits ab 2010


100731ladegeraete-2-tagesschauIm kommenden Jahr sollen in Europa fast nur noch Handys auf den Markt kommen, die auf ein einheitliches Ladegerät passen. Dann sollen die Akkus von allen Mobiltelefonen, mit denen auch Daten übertragen werden können, über denselben Micro-USB-Stecker aufgeladen werden können. Auf Drängen der EU-Kommission hätten sich die Hersteller dazu selbst verpflichtet, erklärte Industriekommissar Günter Verheugen. Die Selbstverpflichtung wurde von den Unternehmen Apple, LG, Motorola, NEC, Nokia, Qualcomm, Research in Motion (RIM), Samsung, Sony Ericsson und Texas Instruments unterzeichnet.

Hersteller kommen EU-Norm zuvor

"Ich freue mich, dass die Industrie eine Einigung erzielt hat, die den Verbrauchern das Leben sehr viel leichter machen wird", sagte Verheugen. Die Branche hatte sich lange Zeit gegen die Harmonisierung gesträubt mit dem Argument, dies sei technisch schwierig. Die EU-Kommission hatte den Handy-Herstellern mit einer Regulierung gedroht, sollte kein einheitlicher Netzteil-Standard geschaffen werden.


Bald Handys ohne Ladegerät?

Wenn dann erst einmal alle Verbraucher mit dem neuen Einheitsgerät ausgestattet seien, könnten Handys ohne Ladegerät verkauft werden. Damit entstehe weniger Elektroschrott, und "es wird für die Nutzer billiger", prophezeite Verheugen. Auch der Präsident des deutschen Fachverbands Bitkom, August-Wilhelm Scheer, erklärte: "Diese einheitliche Lösung für Handys hilft den Verbrauchern und der Umwelt." Der EU-Industriekommissar äußerte die Hoffnung, dass "man eines Tages für seine gesamte IT-Ausrüstung das gleiche Ladegerät nutzen können wird". Wegen des unterschiedlichen Stromverbrauchs von Mobiltelefonen, Digitalkameras und Laptops sei dies derzeit aber noch nicht machbar.

Weniger Elektroschrott, geringerer Stromverbrauch

Derzeit gibt es noch mehr als 30 verschiedene Typen von Ladegeräten, so die EU-Kommission. Durch alte Netzteile entstünden derzeit mehrere Tausend Tonnen Abfall pro Jahr. Die Branche schätzt, dass nun die Zahl der produzierten Ladegeräte halbiert werden könnte. Außerdem sollen die neuen Netzteile weniger Strom verbrauchen. Die EU will dazu neue Normen zur sicheren Nutzung der Ladegeräte entwickeln.

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nach oben Sa, 31 Jul 2010 13:16:48 +0200-425

 

  ARD-Online-Gutachten
Heftige Kritik an Gleichsetzung von Internet und Rundfunk

100729ard-online-spiegelWeb-Publikationen, argumentiert Hans-Jürgen Papier in einem Gutachten für die ARD, seien Rundfunk. Damit stärkt der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts seinem Auftraggeber im Streit um die Onlineauftritte der öffentlich-rechtlichen Sender den Rücken - und erntet nun heftige Kritik.

Berlin - Was ist Rundfunk, Internet oder Presse? Der Zoff zwischen Verlegern und öffentlich-rechtlichen Sendern um die Online- Zukunft wird grundsätzlich, der Ton schärfer. Nachdem der Verfassungsrechtler Hans-Jürgen Papier in einem Gutachten für die ARD das Netz zur Domäne von ARD und ZDF erklärte, sehen die Verleger ihren Spielraum im digitalen Zeitalter weiter schwinden. Sie befürchten, dass die mit Gebührenmillionen bezahlten Angebote wie tagesschau.de oder heute.de ihren werbefinanzierten Nachrichtenportalen das Wasser abgraben. An der Expertise wird nun Kritik laut.

Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts hatte den Schwarzen Peter den Printmedien zugeschoben. Auf 36 Seiten definierte er journalistische Angebote im Internet zum Rundfunk "im modernen Sinne" und somit zum ureigenen Betätigungsfeld für ARD und ZDF. Laut Papier sind es die gedruckten Medien, die ihr Kerngeschäft verlassen, wenn sie sich mit eigenen Online-Angeboten präsentieren. "Presse macht Rundfunk", fasste die ARD das von ihr bestellte Gutachten zusammen. Die Anstalten hätten im Internet außerdem die Pflicht zur "Grundversorgung" der Nutzer, Printmedien müssten diese Konkurrenz folglich "aushalten".

Grundversorgung: ARD und ZDF als Bewahrer der Qualität im Web?

Heftig kritisiert nun der Staats- und Medienrechtler Christoph Degenhart (Leipzig) seinen Kollegen. "Papier hat nicht überzeugend dargestellt, warum - wie bisher im Rundfunk - auch im Internet eine Grundversorgung durch die öffentlich-rechtlichen Anstalten nötig sein soll", sagt Degenhart. Die Vorstellung, die Menschen benötigten einen öffentlich-rechtlichen Lotsen durch das Internet, sei mit der Vorstellung des Grundgesetzes vom mündigen Bürger nicht vereinbar. "Die Nutzer sind eigenständige Persönlichkeiten, sie finden sich selbst im Internet zurecht."

Auch die Gleichstellung des Internet mit dem traditionellen Rundfunk sei unzulässig, sagt Degenhart. Tatsächlich ist das Wort "Rundfunk" kaum geeignet, das Internet als Medium des 21. Jahrhunderts zu beschreiben. Der Begriff, mit dem ursprünglich die Aussendung elektromagnetischer Wellen beschrieben wurde, stammt aus dem Zeitalter der Telegrafie. In Deutschland ist er bis heute wie in Stein gemeißelt. Im Grundgesetz-Artikel 5 ist die Rundfunkfreiheit festgeschrieben, in 13 Rundfunkurteilen hat das Verfassungsgericht die Medienlandschaft mitgestaltet.

Der 12. Rundfunk-Staatsvertrag legte 2009 ARD und ZDF Fesseln an für ihre Netz-Aktivitäten an. "Nicht sendungsbezogene presseähnliche Angebote" sind seitdem unzulässig, eine öffentlich-rechtliche Internet-Presse darf es nicht geben. Doch was ist presseähnlich im Internet? Für Papier ist die Antwort klar: Höchstens eine Faksimile, das ein Printprodukt eins zu eins abbildet, "selbstständige Online- Angebote" seien dagegen Rundfunk, also auch die öffentlich- rechtlichen Angebote, solange sie "sendungsbezogen" sind.

Rundfunkargument als Rechtfertigung für mehr Gebührengelder?

Für den Medienanwalt und Internet-Rechtsexperten Thomas Stadler ist der Streit eher akademisch. Wichtiger sei zu klären, ob ARD und ZDF auch im Netz eine sogenannte Grundversorgung sichern müssen. "Papiers Gutachten zielt auf die verfassungsrechtliche Frage ab, wie weit der Grundversorgungsauftrag mit Blick auf das Internet reicht."

Der Medienwissenschaftler Robin Meyer-Lucht sieht in der Expertise einen Versuch der Sender, die Karte des Verfassungsrechts auszuspielen. "Im Kern geht es um die Frage, wie interventionistisch oder wie wettbewerbsorientiert die Medienordnung der Zukunft aussehen soll", sagt der Blogger. "Die Rundfunkanstalten streben auch im Internet nach höheren Nutzungsanteilen, um die Zustimmung zu den Gebühren und damit ihre zukünftigen Einnahmen zu maximieren."

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nach oben Do, 29 Jul 2010 22:59:26 +0200-424

 

  Rosinenbomber
Air Service Berlin GmbH ist zahlungsunfähig

Knapp sechs Wochen nach der Bruchlandung des Rosinenbombers in Schönefeld hat die Dienstleistungsfirma Air Service Berlin GmbH Terminal C Insolvenz beim Amtsgericht Potsdam anmelden müssen. Auch dem Mutterunternehmen steht ähnliches bevor.

100729rosinenbomber-bm„Wir sind zahlungsunfähig“, sagte Geschäftsführer Frank Hellberg am Donnerstag Morgenpost Online. „Das Terminal C am Flughafen Schönefeld kann nicht weiterbetrieben werden, da wir zu 80 Prozent vom Rosinenbomber gelebt haben.“ Deshalb hat die Dienstleistungsfirma Air Service Berlin GmbH Terminal C Insolvenz beim Amtsgericht Potsdam anmelden müssen.

Die Rückforderung von Ticketpreisen sei sehr hoch, und Kredite könnten nicht mehr bedient werden. Den zehn Mitarbeitern wurde gekündigt. Inwieweit Kunden, die Tickets für einen Rosinenbomberflug im Voraus gebucht haben, ihr Geld zurückbekommen, wird sich im Insolvenzverfahren entscheiden. Erst vor zwei Jahren im Zuge der Schließung des Flughafens Tempelhof hatte Air Service Berlin 1,2 Millionen Euro in den Umbau des ehemaligen Terminals der israelischen El-Al-Maschinen in Schönefeld investiert.

Auch das Mutterunternehmen Air Service Berlin GmbH CFH wird am Freitag eine sogenannte Planungsinsolvenz beim Amtsgericht Charlottenburg einreichen, teilte der Geschäftsführer Frank Hellberg mit. „Die Planungsinsolvenz ermöglicht, das der noch wirtschaftliche Betrieb des Wasserflugzeugs, des ,WELT'-Ballons und der Verkehrsüberwachung weitergeführt und die dortigen acht Arbeitsplätze erhalten werden können“, sagt Hellberg.

„Ziel einer Planungsinsolvenz ist es, den Gläubigern mehr auszahlen zu können als bei Zerschlagung des Unternehmens und letztlich die Firma wieder auf gesunde Füße zu stellen.“ Die Reparaturarbeiten am Rosinenbomber sind von den Insolvenzverfahren nur unmittelbar betroffen. So wird der Wert des Wracks jetzt voraussichtlich geschätzt. Da der Förderverein „Rosinenbomber e.V.“ das Flugzeug vom Typ DC 3 aus dem Jahr 1944 wieder aufbauen will, muss es die Überbleibsel kaufen.

Inzwischen hat die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung nach Angaben von Hellberg zunächst erst einmal den Rumpf des Flugzeugs freigegeben. Das Unglück mit dem Rosinenbomber hatte sich am Nachmittag des 19. Juni ereignet. Beim Versuch, zu einem Rundflug über Berlin aufzusteigen, hatte der Rosinenbomber eine Bruchlandung gemacht.

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nach oben Do, 29 Jul 2010 22:28:52 +0200-423

 

  Ausstieg aus dem Ausstieg
Atomindustrie fordert unbegrenzte Laufzeiten

Wird die Atomlobby jetzt übermütig? Die Betreiber fordern eine Gesamtlaufzeit der Anlagen von 60 Jahren und mehr - solange sie sicher sind. Auch den Bau neuer Kernkraftwerke wollen sich die großen Konzerne langfristig offen halten.

100729atomkraft-spiegelDer Atomindustrie rennt die Zeit davon. Seit Monaten streitet sich die schwarz-gelbe Koalition über längere Laufzeiten für deutsche Kernkraftwerke - und der Ausstieg aus dem Ausstieg rückt in weite Ferne. Die Branche geht daher jetzt in die Offensive - und fordert eine unbefristete Öffnung der Laufzeiten: "Ich sage: Lasst die Anlagen solange laufen, wie sie sicher sind und ihren Beitrag liefern", sagte der Präsident des Deutschen Atomforums, Ralf Güldner, der "Süddeutschen Zeitung.

Die Forderung der mächtigsten Atomlobby Deutschlands, die maßgeblich von E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW finanziert wird, übersteigt jede Variante, die bislang in der Politik diskutiert wurde. Innerhalb der Koalition wird darüber gestritten, ob die Verlängerung der Laufzeiten eher vier, acht oder etwa 15 Jahre umfassen sollte. Doch Güldner, der auch Vizechef der E.on Kernkraft GmbH ist, präzisiert seine Forderung gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: "15 Jahre plus X könnten ein vernünftiger, weil politisch darstellbarer Schritt sein."

Bislang ist die Laufzeit der Kraftwerke rein rechnerisch auf 32 Jahre begrenzt. Güldners Forderung liefe dagegen auf Gesamtlaufzeiten von rund 60 Jahren hinaus, wie sie etwa in den Niederlanden oder den USA zulässig sind. "Da unsere Anlagen international auf hohem Sicherheitsniveau sind, spricht technisch nichts dagegen, in Deutschland so zu verfahren wie im Ausland", sagte Güldner.

Von den 17 deutschen Kernkraftwerke stehen jedoch vier kurz vor der Abschaltung. Bliebe es beim rot-grünen Atomausstiegsbeschluss von 2001, wären sie theoretisch spätestens im kommenden Jahr fällig. Noch im Herbst müsse der Beschluss über verlängerte Laufzeiten fallen, forderte Güldner.

Von zusätzlichen Abgaben will die Branche nichts wissen

Güldner forderte Rechtssicherheit, wenn es zu längeren Laufzeiten kommt. "Die Lösung der Frage einer Laufzeitverlängerung mit den von der Bundesregierung erwarteten finanziellen Vorausleistungen und technischen Nachrüstungen muss so gestaltet sein, dass sie auch nach einem möglichen Regierungswechsel Bestand hat", forderte er.

Auch bei er geplanten Abschöpfung zusätzlicher Gewinne trägt die Branche derzeit heftige Differenzen mit der Bundesregierung aus. Von einer Brennelementesteuer, wie sie die Koalition schon ab 2011 erheben will, möchte das Atomforum jedenfalls nichts wissen. Die Abgabe drohe die Branche zu erdrosseln, sagte er. "Wenn noch weitere Abgaben dazukommen und betriebswirtschaftlich aufwendige Nachrüstungen für eine nur kurze Laufzeitverlängerung gefordert werden, dann muss mit sehr spitzem Bleistift gerechnet werden, ob sich das noch lohnt", sagte Güldner.

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nach oben Do, 29 Jul 2010 11:27:52 +0200-422

 

  Urteil des Verfassungsgerichts
Steuerzahler können Arbeitszimmer wieder besser absetzen

100729arbeitszimmer-spiegelGute Nachricht für Lehrer, Architekten, Außendienstler und andere: Die eingeschränkte Absetzbarkeit von Heimbüros ist grundgesetzwidrig, das hat nun das Bundesverfassungsgericht erklärt. Der häusliche Arbeitsplatz kann auch dann wieder geltend gemacht werden, wenn er nicht Arbeitsmittelpunkt ist.

Karlsruhe - Dürfen Lehrer und andere Berufstätige ihr Heimbüro von der Steuer absetzen? Das Bundesverfassungsgericht ist dieser Meinung - und widerspricht damit der derzeit geltenden Regelung.

Das Steuerrecht sei in diesem Punkt verfassungswidrig, entschieden die obersten deutschen Richter mit fünf zu drei Stimmen in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss und kippten damit eine im Jahr 2007 in Kraft getretene Entscheidung der Bundesregierung.

Dem jetzigen Urteil nach müssen Aufwendungen für häusliche Arbeitszimmer nun auch dann von der Steuer abgesetzt werden können, wenn das Büro nicht den Mittelpunkt der gesamten Arbeit darstellt. Voraussetzung sei, dass kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung stehe, hieß es zur Begründung.

Ein Lehrer hatte geklagt - und nun Recht bekommen

Der Gesetzgeber muss die Regelung jetzt rückwirkend zum 1. Januar 2007 ändern. Heimbüros sollen darüber hinaus weiterhin abgesetzt werden können, wenn sie zu mehr als 50 Prozent der beruflichen Tätigkeit genutzt werden. (Aktenzeichen: Bundesverfassungsgericht 2 BvL 13/09)

Das Verfassungsgericht entschied über eine Vorlage des Finanzgerichts Münster, das die Regelung als Verstoß gegen die Verfassung bewertet hatte. Zuvor hatte ein Lehrer geklagt. Bis 2007 konnten die Kosten für Arbeitszimmer auch dann abgesetzt werden, wenn der Steuerpflichtige nur einen Teil seiner Arbeit dort verrichtete.

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nach oben Do, 29 Jul 2010 11:13:34 +0200-421

 

  Gelenkentzündung - Alkohol senkt Rheumarisiko

Wer sich mehr als zehnmal pro Monat ein wenig Alkohol genehmigt, verringert die Gefahr, Rheuma zu bekommen. Bereits Erkrankte könnten den Schweregrad der Entzündung reduzieren.

100729gelekentzuendung-focusinfoGroße Alkoholmengen haben unbestritten einen negativen Einfluss auf Körper und Psyche. Kleinere können dagegen einen positiven Effekt entwickeln, etwa auf die Gesundheit der Gefäße. Wissenschaftler der University of Sheffield haben jetzt untersucht, ob Alkohol auch gegen Rheuma einen Schutzeffekt entwickeln kann. Schon frühere Studien haben darauf hingewiesen.
Dazu untersuchten die Forscher 873 Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) und als Kontrollgruppe 1004 Menschen ohne die Krankheit. Die Ärzte röntgen alle Probanden, testeten ihr Blut auf Entzündungs- und Rheumamarker und untersuchten die Gelenke. Zusätzlich mussten die Teilnehmer einen detaillierten Fragebogen ausfüllen, der ihren Gesundheitszustand abfragte sowie ihren Alkoholkonsum.

Nichttrinker haben stärkere Beschwerden
Studienleiter James Maxwell fasst die Ergebnisse zusammen: „Wir fanden heraus, dass Rheumatiker, die regelmäßig Alkohol tranken, weniger ausgeprägte Beschwerden hatten als diejenigen, die ihn selten oder nie konsumierten.“ Außerdem waren die Gelenke der moderaten Trinker weniger geschädigt. Auch ihre Blutwerte in Bezug auf Rheuma lagen niedriger. Zusätzlich zeigte sich, dass Nichttrinker viermal so häufig rheumatoide Arthritis entwickelten wie maßvoll Trinkende. Der Grenzwert, ab dem dieser positive Effekt eintrat, sei mindestens zehn Drinks pro Monat, sagen die Forscher.
Warum Alkohol diese positive Wirkung ausübt, ist noch nicht ganz erforscht. Es gibt Hinweise darauf, dass er die Aktivität des Immunsystems unterdrückt. Das behindert vermutlich die Entwicklung einer rheumatoiden Arthritis. Für bereits Erkrankte könnte der antientzündliche Effekt von Alkohol die Beschwerden lindern.

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nach oben Do, 29 Jul 2010 11:06:45 +0200-420

 

  Europäische Demografie
Mehr als 5 Millionen Geburten in der EU

Am 1. Januar 20101 wurde die Bevölkerung der EU27 auf 501,1 Millionen geschätzt, verglichen mit 499,7 Millionen am 1. Januar 2009. Die Bevölkerung der EU27 wuchs um 1,4 Millionen im Jahr 2009, dies entspricht einer jährlichen Rate von 2,7 je 1000 Einwohner, bedingt durch ein natürliches Wachstum von 0,5 Millionen (+1,0‰) und einen Wanderungssaldo von 0,9 Millionen (+1,7‰).
Gegenüber 2008 ist die demografische Situation im Jahr 2009 in der EU27 gekennzeichnet durch einen geringen Rückgang bei der Bruttogeburtenziffer und eine konstante Bruttosterbeziffer, während der Wanderungssaldo deutlich stärker abnahm.
Die Bevölkerung des Euroraums (ER16) wurde am 1. Januar 2010 auf 329,5 Millionen geschätzt, verglichen mit 328,6 Millionen am 1. Januar 2009. Die Bevölkerung des Euroraums wuchs um 0,9 Millionen im Jahr 2009, dies entspricht einer jährlichen Rate von +2,7‰, bedingt durch ein natürliches Wachstum von 0,3 Millionen (+1,0‰) und einen Wanderungssaldo von 0,6 Millionen (+1,8‰).
Diese Zahlen stammen von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union.

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nach oben Do, 29 Jul 2010 11:02:24 +0200-419

 

  Verdachtsunabhängige Videoüberwachung von Demos in Berlin rechtswidrig

Das Verwaltungsgericht Berlin hat die verdachtsunabhängige Videoüberwachung friedlicher Demonstrationen durch die Polizei wegen nicht gerechtfertigter Eingriffe in die Grundrechte der Betroffenen untersagt. Die langjährige Praxis der Ordnungshüter in der Hauptstadt, Protestkundgebungen angeblich zu Zwecken der Einsatzlenkung und zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit zu filmen, ist laut einem jetzt bekannt gewordenen Urteil (Az.: VG 1K 905.09) rechtswidrig. Die Berliner Polizei habe damit tief in den Schutzbereich der "vorrangigen Versammlungsfreiheit" und in den der informationellen Selbstbestimmung eingegriffen, heißt es in dem heise online vorliegenden Beschluss. Dafür hätte es einer gesetzlichen Grundlage bedurft, die aber nicht vorhanden sei.

Anlass der Entscheidung war die Überwachung einer Anti-Atom-Demonstration mit mindestens 25.000 Teilnehmern zwischen Hauptbahnhof und Brandenburger Tor am 5. September vergangenen Jahres. Während des Aufzuges fuhren Einsatzkräfte der Polizei mit einem Kleintransporter wenige Meter vor der Spitze der Demonstration her und filmten das Geschehen mit mehreren auf dem Dach des Wagens montierten Kameras. Die Aufnahmen wurden ohne Zeitverzögerung an die Einsatzleitstelle übertragen. Dagegen klagte ein Bürger, der in der ersten Reihe marschierte und sich so eindeutig innerhalb des von den elektronischen Augen der Gesetzeshüter erfassten Bereichs befand.

Beschwerden gegen eine teils offene und teils verdeckte Videoüberwachung hatte es zuvor etwa bereits im Rahmen der sich gegen den Überwachungswahn richtenden Großdemo "Freiheit statt Angst" im Oktober 2008 gegeben. Der Senat verteidigte die Aufnahmen später mit einem Hinweis auf einen eingegangenen "Aufruf zu Gewalttaten".

Das Verwaltungsgericht stellte im Bezug auf die Anti-Atom-Demo nun fest, dass der einzelne Teilnehmer bei einer Beobachtung der Versammlung im "Kamera-Monitor-Verfahren" damit rechnen müsse, aufgezeichnet und registriert zu werden. Dies könne ihn vom Begleiten einer entsprechenden Veranstaltung abschrecken oder zu ungewollten Verhaltensweisen zwingen, um den beobachtenden Polizeibeamten möglicherweise gerecht zu werden. Durch diese Einschüchterung könnte mittelbar auf den Prozess der Meinungsbildung und demokratischen Auseinandersetzung eingewirkt werden. Erlaubt seien Bild- oder Tonaufnahmen durch die Berliner Polizei gemäß dem Versammlungsgesetz des Landes nur, wenn "tatsächliche Anhaltspunkte die Annahme rechtfertigen", dass von Teilnehmern öffentlicher Versammlungen "erhebliche Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung ausgehen". Dafür müsse eine entsprechende Gefahrenprognose ersichtlich sein.

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nach oben Di, 27 Jul 2010 19:14:31 +0200-418

 

  Tschüs WDR,
Tschüs BR ...

nicht, das es keine anderen Kanäle gäbe, aber so erzeugt man schon mal etwas Druck bei den älteren Bürgern, die vielleicht nur ungern auf diese Sender verzichten und nun zum kostenpflichtigen "Digitalangebot" gezwungen werden und sich möglicherweise einen neuen Fernseher bzw. neuen Kabel-Receiver kaufen müssen ...

Kabel Deutschland schaltet bundesweit
ein Drittes Programm im Analog-Netz ab


Noch in diesem Jahr müssen alle Kabelnetzbetreiber in Deutschland gemäß der Sicherheitsfunk-Schutzverordnung (SchuTSEV) der Bundesnetzagentur die analoge Nutzung der Kanäle S04 und S05 beenden. Die Sicherheitsfunk-Schutzverordnung regelt den Schutz von Sende- und Empfangsfunkanlagen, die in definierten Frequenzbereichen zu Sicherheitszwecken betrieben werden, darunter beispielsweise der Flugsicherungsfunk.
Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber Deutschland (KDG) hat bekanntgegeben, welche Auswirkungen die Verordnung auf das analogen Programmangebot im seinem Netz hat. Demnach wird in Abstimmung mit den Rundfunkanstalten der ARD in jedem Bundesland die analoge Verbreitung eines öffentlich-rechtlichen Dritten Programms eingestellt. Zusätzlich werden private TV-Programme verlegt, in Kanalteilung ausgestrahlt oder analog abgeschaltet. Die Umsetzung der SchuTSEV erfolgt schrittweise in der Zeit vom 2. August bis spätestens 20. November 2010. Kabelkunden werden laut KDG in der Regel etwa sieben Tage vor der Änderung über Laufschriften auf den betreffenden und reichweitenstärksten Kanälen informiert.
In Bayern, Brandenburg, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen fällt künftig die analoge Ausstrahlung des WDR-Fernsehens weg, in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt wird das Bayerische Fernsehen nicht mehr analog im KDG-Kabel zu empfangen sein. KDG-Kunden in Bremen und Hamburg müssen fortan auf MDR-Fernsehen verzichten, Kunden in Rheinland-Pfalz und dem Saarland auf NDR-Fernsehen. In einzelnen Kabelnetzen sind Abweichungen möglich. Informationen zur Umbelegung sowie die künftige analoge Kanalbelegung können Kunden für ihre Adresse unter dem eigens hierfür eingerichteten Link www.kabeldeutschland.de/kanalumbelegung rund eine Woche vor Beginn der technischen Realisierung im Internet abfragen.

Alle Programme, so auch die Dritten Programme der ARD, sind weiterhin auf digitalem Wege (DVB-C) zu empfangen. Auf Grund gesetzlicher Vorgaben wird ARTE zudem zukünftig auch im analogen Kabelangebot rund um die Uhr ausgestrahlt . Dies gilt derzeit noch nicht in Niedersachsen.

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Bundesland Wegfall Drittes Programm
Bayern WDR Fernsehen
Berlin Bayerisches Fernsehen
Brandenburg WDR Fernsehen
Bremen MDR Fernsehen
Hamburg MDR Fernsehen
Mecklenburg-Vorpommern Bayerisches Fernsehen
Niedersachsen Bayerisches Fernsehen
Rheinland-Pfalz NDR Fernsehen
Saarland NDR Fernsehen
Sachsen WDR Fernsehen
Sachsen-Anhalt Bayerisches Fernsehen
Schleswig-Holstein WDR Fernsehen
Thüringen WDR Fernsehen
* kein Anspruch auf Vollständigkeit, Abweichungen in einzelnen Kabelnetzen möglich Daten KDG.

nach oben Di, 27 Jul 2010 18:59:46 +0200-417

 

  Das "Fachpersonal" der Bundesagentur für Arbeit lässt grüßen ...

Mehr als 162.000 Hartz-IV-Bescheide waren 2009 falsch

100727baa-spiegelDie Zahl klingt gigantisch: Gut 160.000 Hartz-IV-Bescheide waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit im vergangenen Jahr falsch. Allerdings verschickte die Behörde insgesamt fast 25 Millionen Benachrichtigungen - somit waren lediglich gut ein Prozent fehlerhaft.

Berlin - Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat eingeräumt, dass im vergangenen Jahr in 162.300 Fällen falsche Hartz-IV-Bescheide erlassen wurden - wegen fehlerhafter Arbeit. Aus dem neuen BA-Jahresbericht 2009 geht hervor, dass insgesamt 301.500 von 805.200 Widersprüchen gegen Bescheide zum Arbeitslosengeld II erfolgreich waren.
Somit hatte mehr als jeder dritte Widerspruch (37,4 Prozent) Erfolg. In 162.300 dieser Fälle wurde den Widersprüchen "aufgrund fehlerhaften Arbeitens in der Grundsicherungsstelle" stattgegeben. Außerdem hätten 142.700 Hartz-IV-Bezieher gegen ihre Bescheide geklagt. 55.800 von ihnen hätten vor Gericht Recht bekommen.

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nach oben Di, 27 Jul 2010 01:07:55 +0200-416

 

 Sparen koste es was es wolle!

Nach den "Sozialempfängern" nun die Rentner ...

Brüderle bricht Streit vom Zaun

100727bruederle-kstaStich ins Wespennest: Wirtschaftsminister Brüderle will die Rentengarantie auslaufen lassen. Es sei langfristig falsch, die Höhe der Ruhegelder von der Lohnentwicklung zu trennen. Seniorenverbände und Opposition sind empört.
BERLIN - Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat mit seiner Forderung nach Abschaffung der Rentengarantie einen heftigen Streit ausgelöst. „Es wird nicht dauerhaft funktionieren, die Rentenentwicklung von der Lohnentwicklung abzukoppeln“, hatte Brüderle der „Rheinischen Post“ gesagt. Die Renten müssten erwirtschaftet werden, deshalb müsse man von der Rentengarantie wieder abkommen. Die große Koalition hatte sie unter dem Eindruck der Finanzkrise in Kraft gesetzt mit der Folge, dass die Altersbezüge selbst dann nicht sinken, wenn Löhne und Gehälter zurück gehen. Traditionell war die Rentenhöhe an die Lohnsumme gebunden.

„Die Forderung steht nicht auf der Agenda der Bundesregierung“, betonte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Er verwies darauf, dass der Verzicht auf Rentenkürzungen bei positiver Konjunkturentwicklung in späteren Jahren wieder ausgeglichen werden solle. Damit komme es auch nicht zu einem besonderen Opfer zulasten der jüngeren Generationen.

Kampf dem Brüderle

Der Sozialverband VdK sagte Brüderle den Kampf an. „Die Rente ist kein sozialpolitischer Gnadenakt des Staates, sondern ist der Lohn für die Lebensleistung von 20 Millionen Menschen, die jahrzehntelang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt haben“, erklärte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles forderte Kanzlerin Angela Merkel auf, Brüderle zurückzupfeifen. Er verunsichere ohne Not die Rentner. Der Vize-Chef der Senioren-Union, Leonhard Kuckart, sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Herr Brüderle leidet an Profilierungssucht. Ich nehme das nicht ernst.“ Man müsse über das Thema „ernsthaft diskutieren“. Doch er verunsichere nur die alten Menschen.

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nach oben Di, 27 Jul 2010 00:54:12 +0200-415

 

  Die Mahnungen der Jugendrichterin Heisig
Wie Berliner Kinder zu Kriminellen werden

Niemand greift ein, obwohl sie schon früh zur Gewalt neigen

Das Vermächtnis von Jugendrichterin Kirsten Heisig († 48), es ist eine gnadenlose Abrechnung mit den kriminellen Familien-Clans, die Berlin terrorisieren, und der Bürokratie, die den Problemen nahezu machtlos gegenüber steht.
Von den 550 Intensivtätern Berlins leben 214 in Neukölln (45 Prozent Araber, 34 Prozent Türken) und deren "Taten, Entwicklungsbedingungen und Lebenslagen weisen auffällige Parallelen auf", schreibt Heisig. "Sie werden speziell von ihren Müttern extrem verwöhnt und erfahren keinerlei Grenzsetzung". Viele zeigten bereits als Kinder in der Grundschule "Gewaltbereitschaft" und "Respektlosigkeit". Eltern, die darauf angesprochen werden, suchen das Verschulden beim "System", verweigern sich und bezeichnen Lehrer als "unfähig" oder "rassistisch", weil die es wagten, den Sohn zu kritisieren. Häufig komme es dann zu Schulwechseln, Problemkinder würden wie ein "Wanderpokal" herumgereicht.

Heisig: "Bereits mit 10 oder 11 Jahren treiben sich die Kinder den ganzen Tag herum." Begehen erste Raubtaten, schlagen, treten ihre Opfer. Es dauere Monate, bis sich Jugendämter einschalten, deren Hilfe von Eltern unterlaufen oder ausgeschlagen werde.

100727heisig-berl-kurierZeit, in der sich die Spirale der Gewalt immer schneller dreht. Heisig: Schüler würden aus nichtigen Anlass mit den Worten "Du bist tot" bedroht, begleitet von Handbewegungen, die das Durchscheiden der Kehle andeuten. Beleidigungen wie "Hurensohn", "Du Opfer" und "Du bist eine Nutte, du trägst kein Kopftuch" seien an der Tagesordnung.

Gefährlich sei es für deutsche Mädchen, eine Beziehung mit "Südländern" einzugehen, denn der "Freund" sei schnell in seiner Ehre gekränkt. Heisig: "Manchmal folgen daraus Vergewaltigungen, die durch unbeschreibliche Rohheit gekennzeicht sind. Es gibt Fälle, in denen das Mädchen in einen Hinterhalt ... gelockt und dann von mehreren Tätern, die der "Ex" mitgebracht hat, sexuell auf schlimmste Art und Weise missbraucht werden ... Auch das Filmen der Vergewaltigung mit dem Handy gehört dazu. Damit kann man sich vor den Kumpels brüsten. Selbstverständlich verlangen die Peiniger, dass ihre Opfer schweigen. Ansonsten müssten sie mit dem Tod rechnen." Vor Gericht sagte später einer der Vergewaltiger: "Im Libanon hätte ich das nicht gemacht. Da hätte man mir ja den Schwanz abgeschnitten."

Heisig beklagt, dass die Jugendgerichtsbarkeit "am Ende einer Kette von Fehlentwicklungen" stehe und die "Schwierigkeiten der Täter ... meistens früh angelegt und auch erkennbar sind, hierauf nicht nachhaltig reagiert wird". Schon vor Jahren hatte sie gefordert, Instrumente zu schaffen, dass nicht strafmündige Kinder ihren Familien entzogen werden können. Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) plädiert inzwischen dafür, dass Kinder-Dealer (11-13), die aus offenen Einrichtungen türmen, in geschlossene Heime weit weg in Brandenburg weggesperrt werden (KURIER berichtete).

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nach oben Di, 27 Jul 2010 00:48:10 +0200-414

 

  Atomkraft in Deutschland
Altlasten kosten Bund 10,6 Milliarden Euro

Die Spitze des Eisbergs ...

100727atom-mull-mind-funk-deAuf eine Anfrage der SPD-Fraktion an den Bund, wie hoch die Kosten für die Atom-Altlasten seien, hat die Regierung mit einer Gesamtsumme von mindestens 10,6 Milliarden Euro geantwortet. Davon habe der Bund bereits 5,2 Milliarden Euro für die Stilllegung und den Rückbau ausgedienter Atomreaktoren und –anlagen ausgegeben.
Die Entsorgung ausgedienter Atomreaktoren und Kernforschungsanlagen kostet den Bund zweistellige Milliardenbeträge. Dies geht aus einer Antwort der Regierung auf eine Anfrage der SPD-Fraktion hervor, die der Nachrichtenagentur DAPD in Berlin am Montag vorlag. Danach hat der Bund schon 5,2 Milliarden Euro für die Stilllegung und den Rückbau ausgegeben. Bis 2035 kommen noch einmal 5,4 Milliarden Euro hinzu, so dass die Gesamtsumme auf mindestens 10,6 Milliarden Euro klettert.
In dem Schreiben räumt das Forschungsministerium ein, dass sämtliche Kostenschätzungen „mit Unsicherheiten behaftet sind“. Grund seien vor allem höhere Kosten für die Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle sowie die starke Verzögerung beim Bau von Endlagern, was ebenfalls die Kosten in die Höhe treibt.

Allein für die Stilllegung und Sanierung des Endlagers Asse II kalkuliert die Regierung mit mehr als zwei Milliarden Euro. Allerdings räumten die Beamten von Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) auch ein, die Kosten ließen sich derzeit „nicht belastbar abschätzen“. Eine komplette Rückholung des Atommülls aus dem maroden Salzbergwerk werde nach einer ersten Machbarkeitsstudie etwa 3,7 Milliarden Euro kosten.
Beim Rückbau der DDR-Kernkraftwerke in Greifswald und Rheinsberg würden Mehrkosten von einer Milliarde Euro gegenüber der ursprünglichen Planung erwartet, wie es in dem Regierungsbericht weiter heißt. Auch die Sanierung alter Forschungsanlagen in Karlsruhe werde nach jetzigem Stand 85 Millionen Euro teurer als geplant.

Allein die langen Planungszeiträume seien bereits ein Problem für die Kostenkalkulation, heißt es. Das geplante Endlager in Gorleben soll bis etwa ins Jahr 2080 für Mülllieferungen geöffnet bleiben. Allerdings ist noch unklar, ob und wann in Gorleben Müll endgelagert werden kann.

Der SPD-Haushaltspolitiker Klaus Hagemann sagte der „Financial Times Deutschland“, die 10,6 Milliarden Euro seien „leider nur eine Untergrenze des Jahres 2010“. Angesichts zahlreicher Sanierungsprojekte wie der Asse und dem Endlager Morsleben drohe „ein atomares Fass ohne Boden“, sagte er dem Blatt, das vorab über die Anfrage berichtet hatte.

„Atom-Alarm“ in den Wahlkreisen

Das Kampagnennetzwerk Campact organisierte am Montag in rund 50 Bundestagswahlkreisen vor Büros und Geschäftsstellen von Union und FDP mit Tröten, Pfeifen und Trommeln einen „Atom-Alarm“. Mit der Aktion forderten die Demonstranten die Koalition auf, nicht am Atomausstieg zu rütteln und sich für eine konsequente Wende zu erneuerbaren Energien einzusetzen.

Die Regierung will Ende August Szenarien der Energieversorgung vorlegen und im Herbst ein umfassendes Energiekonzept beschließen. Ab 2011 soll zudem eine Brennelementesteuer als Bestandteil des Sparpaketes dem Bundeshaushalt jährlich Einnahmen von 2,3 Milliarden Euro einbringen. Damit sollen zum einen die Zusatzgewinne der Energieversorger aus der geplanten Laufzeitverlängerung teilweise abgeschöpft werden. Weiteres Ziel ist es, die Atomkonzerne an den Sanierungskosten für die Atommülllager Asse und Morsleben zu beteiligen.

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Bildquelle: http://www.mind-funk.de/

nach oben Di, 27 Jul 2010 00:38:35 +0200-413

 

  Love Parade war bei Axa für 7,5 Millionen versichert

100727schaller-love-parade-spiegelWer ist schuld an der Love-Parade-Tragödie, wie werden die Opfer entschädigt? Veranstalter Rainer Schaller hat das Großereignis für 7,5 Millionen bei der Axa versichert. Sollten darüber hinaus Schäden entstanden sein, müsste er für alle weiteren Kosten wohl privat aufkommen.

Berlin - Die Katastrophe bei der Love Parade hat für die Veranstalter wahrscheinlich auch harte wirtschaftliche Folgen. Der Organisator Rainer Schaller hatte die diesjährige Veranstaltung bei der deutschen Tochter des französischen Konzerns Axa gegen Personen- und Sachschäden versichert. Diese Haftpflichtversicherung decke Schäden bis zu 7,5 Millionen Euro ab, sagte ein Konzernsprecher am Montag.
Bei einer Massenpanik während der Love Parade in Duisburg waren am Samstag 19 Menschen getötet worden, 511 Menschen wurden verletzt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft schwebt ein Mensch weiter in Lebensgefahr. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit mögliche Sicherheitslücken.

Fest steht: Der Verursacher der Massenpanik muss für den entstandenen Schaden zahlen. Dieser Verursacher müsse aber erst gefunden werden, sagte Christian Lübke, Sprecher des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft. "Es kann sein, dass am Ende die Richter darüber ein Urteil fällen müssen."

Sollte der Veranstalter Lopavent schuldig sein, kann das Unternehmen seine Haftpflichtversicherung geltend machen. Für Ansprüche, die über diese Versicherungssumme hinaus entstehen, werde der Veranstalter privat haften müssen. Gründer und Geschäftsführer von Lopavent ist Rainer Schaller, der auch die Fitnesskette McFit betreibt.

Axa trägt die Deckung einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge allein. Zu Einzelheiten über Haftungsfragen oder zur Entschädigung für die Opfer wollte sich der Versicherer nicht äußern. Der Sprecher sagte, Axa tue "alles was wir können, um schnell zu vernünftigen Lösungen zu kommen". Derzeit arbeite der Versicherer "mit Hochdruck" daran, sich ein Gesamtbild der Situation zu machen.
Die Kosten für die Behandlung der Verletzten strecke erst einmal die Krankenversicherung vor, sagte Lübke. Die Kassen würden sich an den Veranstalter wenden.

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nach oben Di, 27 Jul 2010 00:21:56 +0200-412

 

  epost-Betreiber befürchtet Massenansturm

Geister die ich rief ...

Seit dem 14. Juli nimmt die  Deutsche Post die Registrierungen von Kunden für ihren angekündigten E-Mail-Zustelldienst epost entgegen. Doch trotz der Werbeaussage, schon wenige Tage nach der Anmeldung und dem Abschluss des darüber angestoßenen Postident-Verfahren würde sie den Nutzern per SMS die Freischaltung ihrer Nutzerkonten bestätigen, scheint die Post ihre Kunden absichtlich warten zu lassen.
Wie der Focus meldet, warten Interessenten bereits seit eineinhalb Wochen vergeblich darauf, den Dienst nutzen zu können. Demnach fürchten die Admins bei der Post, ihre Server könnten unter dem Ansturm der Zustellaufträge zusammenbrechen, wenn sie zu viele Konten auf Anhieb aktivieren. Immerhin hätten sich schon in den ersten zwei Tagen der Anmeldefrist 250 000 Nutzer registriert. Nun lasse man vorerst nur so viele Kunden ins System, dass die eingeplanten Server der erwarteten Last standhalten können.
Die Besonderheit des epost-Dienstes liegt darin, dass hierüber zugestellte Nachrichten als rechtssicher gelten sollen -- schließlich versieht die Post jede Mail mit einer qualifizierten digitalen Signatur, nachdem sie über das Postident-Verfahren die Identitäten von Absender und Empfänger verifiziert hat, und weil sie im Bedarfsfall Mails ausdruckt und als konventionelle Briefe zustellt. Das konzipierte Verfahren hat in der Vergangenheit jedoch schon einige Kritik heraufbeschworen, weil es nur eine lückenhafte Verschlüsselung der Daten auf dem Weg vom Absender zum Empfanger vorsieht und damit nur den Einhalt des Fernmeldegeheimnisses, nicht aber des umfassenderen Briefgeheimnisses gewährleistet. Außerdem erlegt die "E-Mail mit Briefporto" den Empfängern die unangenehme Pflicht zum täglichen Check ihres epost-Eingangs auf und ermächtigt unter Umständen die Post, die gesicherten E-Mail-Adressen an Werbevermarkter zu verkaufen.

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nach oben So, 25 Jul 2010 15:58:00 +0200-411

 

  Wenn Sie saubere Strände lieben ...
vielleicht fahren Sie rasch noch eimal hin!

BP will mit Tiefseebohrung im Mittelmeer beginnen
Der Konzern will noch tiefer als im Golf von Mexiko bohren


100725oil-platform-wikipediaNoch hat der britische Ölkonzern sein Bohrloch im Golf von Mexiko nicht sicher verschlossen, aber Sicherheit hin oder her, nun will er noch tiefer vor der Küste Libyens nach Öl bohren. Und damit in einigen Wochen beginnen.
Die Erdöl- und Erdgasquelle liegt in 1.750 Meter Tiefe. Für 900 Millionen Dollar hatte sich BP vor 3 Jahren die Erschließungsrechte für vermutete 20 Quellen in einem 54.000 Quadratkilometer großen Gebiet gekauft. Und dabei war wohl auch noch einiger Druck auf die britische Regierung notwendig, die schließlich den mutmaßlichen Lockerbie-Attentäter Abdelbaset al-Megrahi freigelassen und nach Libyen überführt hat, wo er nun angeblich im Sterben liegen soll. Den Deal soll BP wesentlich mit vorangetrieben haben, berichten britische Medien.

Aber natürlich, so versichert BP, könne man die Situation im Golf von Mexiko mit der in der Mittelmeerbucht Große Syrte nicht vergleichen. Da sei nämlich hohe Sicherheit gewährleistet.

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nach oben So, 25 Jul 2010 12:26:38 +0200-410

 

  Oldie-Nacht in Tempelhof enttäuschte

100725flughafen-tempelhof-wikipediaEs sollte ein Konzert an einem besonderen Ort werden. Das jedenfalls hatten sich die Besucher von der "Oldie-Nacht" auf dem Flughafen Tempelhof am Freitag versprochen. Und nichts anderes hatte das Konzertplakat avisiert.
Bekannte Bands wie Middle of the Road, die Lords, die Rubettes oder Smokie hatte die hr eventmanagement GmbH aus Löbau in Sachsen angekündigt. Der stillgelegte Flughafen lockte obendrein.

Thomas Kaiser (53) aus Frohnau hatte sich auf das Konzert gefreut. Doch was ihn dann in Tempelhof erwartete, war enttäuschend. "Das war das unwürdigste Konzert, das ich je in Berlin erlebt habe", berichtete Kaiser gestern. "Es fing bereits beim Einlass an, wo die wartende Menge von der Haupthalle aus nur durch drei kleine, 50 Zentimeter breite Gatter auf das Vorfeld gelassen wurde. Wir kamen uns vor wie Kühe beim Branding." Die nächste Enttäuschung folgte auf dem Fuß. Statt auf dem Vorfeld und Open Air, wie in einigen Medien angekündigt, spielten die Bands im Hangar 4. "Wenn da alle 6000 Leute reingegangen wären, die da waren, hätten die sich totgetreten", sagt Kaiser. "Obendrein war von der Musik nichts als nur Krach zu vernehmen. Die Bands waren außerdem nicht für jeden zu sehen."
Kaiser und mit ihm einige Hundert andere Besucher verließen das Konzert frühzeitig und forderten ihr Geld zurück. "Das war ein Chaos. Diejenigen, die am lautesten brüllten, bekamen Geld, andere wurden vertröstet oder mit der Internetadresse des Veranstalters abgespeist. Der Veranstalter, der Events wie "Malle in Cottbus" oder "Oldie-Nacht in Eberswalde" organisiert, reagierte gestern überfordert. Der Freitag sei so ein Tag gewesen, wo man es keinem Berliner hätte recht machen können, sagte Geschäftsführer Steffen Pietschmann zunächst - um dann doch einzuräumen, dass "die Tontechnik nicht ganz toll war" und auch "die Frontfrau von ,Middle of the Road' stimmlich nicht gut rüberkam". Die ersten Besucher hätten das Konzert bereits kurz nach Beginn verlassen. Letztlich habe man 500 Karten zurückgenommen und das Geld zum Teil erstattet.

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nach oben So, 25 Jul 2010 14:33:25 +0200-409

 

  Kritik am E-Postbrief wächst

Mit der Einführung eines E-Postbriefs versucht die Deutsche Post, einen Dienst zu etablieren der „sicher und verbindlich, wie ein Brief mit der Deutschen Post“ sein soll. Jeder E-Postbrief wird mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen, die eine Integritätsprüfung der enthaltenen Daten ermöglicht.
Die Stiftung Warentest hat nach einer ersten Überprüfung bereits beklagt, dass die Anmeldung für das Verfahren sehr umständlich sei, theoretisch jeder gedruckte E-Postbrief von Postmitarbeitern gelesen werden könne, die Nutzer angehalten würden, ihr Konto mindestens einmal je Werktag zu kontrollieren und der Dienst unverhältnismäßig teuer sei.

Richard Gutjahr, freier Mitarbeiter und Moderator beim Bayerischen Rundfunk, legt nun in seinem Internet-Blog nach. Er hat sich gemeinsam mit juristischem Beistand durch die Rechtsanwälte Udo Vetter und Thomas Stadler die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Post genauer angesehen und moniert vor allem verklausulierte Pflichten, die dem Kunden auferlegt werden und die Weitergabe von Daten an Dritte. Von Bloggern werden die Erkenntnisse bereits satirisch kommentiert.

Zunächst, schreibt Gutjahr, werde der Nutzer aufgefordert, mindestens einmal werktäglich den Eingang in seinem Nutzerkonto zu kontrollieren, das gelte zum Beispiel auch im Urlaub. Habe er der Veröffentlichung der Daten im Adressverzeichnis zugestimmt, dürfe die Post mit seiner Adresse und seinen Daten munter Handel betreiben und diese beispielsweise an Adress-Broker weiterverkaufen. Die mögliche Folge sei, dass Spam und Reklame auch die E-Mailbox verstopften. Bonbon für die Werbetreibenden: Der Kunde hat sich ja verpflichtet, jeden Tag seinen E-Mail-Eingang zu überprüfen.
Vor allem genieße der E-Brief nicht den Schutz des Briefgeheimnisses. Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts unterliege er nur dem Fernmeldegeheimnis und sei damit allenfalls so geschützt wie eine Postkarte. Als E-Postbrief-Kunde sei man mit seinen kompletten Daten registriert, einschließlich der Personalausweisnummer. Darum falle es wesentlicher leichter, eine bestimmte Person zu identifizieren, Um einen herkömmlichen Brief zu öffnen, sei eine richterliche Anordnung nötig. Bei der elektronischen Variante könne ein Polizeibeamter, wenn er gegen jemanden einen Anfangsverdacht habe, bei der Post gegebenenfalls sogar E-Mails einsehen. Dabei müsse es sich nicht einmal um ein schweres Vergehen handeln. Dies falle umso mehr ins Gewicht, als die Post eine Kopie dieses Briefes für einen nicht näher definierten Zeitraum speichere – ob man das wolle oder nicht.

Derweil geriet auch De-Mail, das von der Bundesregierung propagierte, aber noch nicht im Betrieb befindliche System für rechtssichere E-Mail, in die Diskussion Zweifel an der Sicherheit von De-Mail, mit der das System der Post konkurriert, hat das Bundesinnenministerium laut einem dpa-Bericht zurückgewiesen. Nur Anbieter, die strengen Sicherheitsanforderungen entsprächen, dürften die elektronische Post anbieten, erklärte das Ministerium. Zudem sei das System so sicher, dass Hacker es in einem Pilotprojekt in mehreren Versuchen nicht hätten knacken können. Damit reagierte das Ministerium auf Kritik an der Sicherheit von De-Mail, die nach einem Bericht der Frankfurter Rundschau aufgekommen war.
Vor allem genieße der E-Brief nicht den Schutz des Briefgeheimnisses. Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts unterliege er nur dem Fernmeldegeheimnis und sei damit allenfalls so geschützt wie eine Postkarte. Als E-Postbrief-Kunde sei man mit seinen kompletten Daten registriert, einschließlich der Personalausweisnummer. Darum falle es wesentlicher leichter, eine bestimmte Person zu identifizieren, Um einen herkömmlichen Brief zu öffnen, sei eine richterliche Anordnung nötig. Bei der elektronischen Variante könne ein Polizeibeamter, wenn er gegen jemanden einen Anfangsverdacht habe, bei der Post gegebenenfalls sogar E-Mails einsehen. Dabei müsse es sich nicht einmal um ein schweres Vergehen handeln. Dies falle umso mehr ins Gewicht, als die Post eine Kopie dieses Briefes für einen nicht näher definierten Zeitraum speichere – ob man das wolle oder nicht.

Derweil geriet auch De-Mail, das von der Bundesregierung propagierte, aber noch nicht im Betrieb befindliche System für rechtssichere E-Mail, in die Diskussion Zweifel an der Sicherheit von De-Mail, mit der das System der Post konkurriert, hat das Bundesinnenministerium laut einem dpa-Bericht zurückgewiesen. Nur Anbieter, die strengen Sicherheitsanforderungen entsprächen, dürften die elektronische Post anbieten, erklärte das Ministerium. Zudem sei das System so sicher, dass Hacker es in einem Pilotprojekt in mehreren Versuchen nicht hätten knacken können. Damit reagierte das Ministerium auf Kritik an der Sicherheit von De-Mail, die nach einem Bericht der Frankfurter Rundschau aufgekommen war.

Aus technischen Gründen würden De-Mails auf dem Server des Anbieters einmal kurz entschlüsselt und anschließend sofort wieder verschlüsselt. Kritiker sehen darin eine Schwachstelle, die sich Angreifer zunutze machen könnten – das sei wie bei einem Brief, der unterwegs geöffnet und in ein neues Kuvert gesteckt werde. Mehrere Unternehmen hatten in den vergangenen Wochen De-Mail-Angebote gestartet.

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nach oben Sa, 24 Jul 2010 17:42:07 +0200-408

 

 

Internet Explorer laufen User in Scharen davon
Auch Firefox schwächelt - Mozilla-Präsident lobt Google

100724nitot-pte
Mozilla-Präsident Nitot: Stolz auf 400 Mio. User
Paris (pte/24.07.2010/06:10) -
Microsofts Internet Explorer laufen die User weiterhin in Scharen davon. In Europa büßte der Browser innerhalb des vergangenen Jahres 8,4 Prozent an Marktanteil ein und hält aktuell nur mehr bei knapp über 50 Prozent. Besonders heftig traf es den Browser in Deutschland. Hier musste der Internet Explorer die Open-Source-Konkurrenz von Mozilla http://www.mozilla.org erstmals an sich vorbeiziehen lassen, wie aktuelle Zahlen des französischen AT Internet Institute http://www.atinternet-institute.combelegen.

Chrome im Höhenflug

Ungeachtet des Erfolgs zeigt aber auch Mozillas Firefox http://www.mozilla-europe.org/de/firefox/ bei seiner Aufholjagd erste Ermüdungserscheinungen. Während Google Chrome http://www.google.com/chrome/ Mut zu radikalem Design und schnellen Releases an den Tag legte, musste Firefox im vergangenen Jahr erstmals Kritik einstecken. Mozilla reagiere zu passiv und zu konsensorientiert, um auch in Zukunft relevant zu bleiben, meinte kürzlich einer der Firefox-Urväter Blake Ross. Aber auch beim Thema Usability und Geschwindigkeit droht Firefox von Chrome überrundet zu werden.

"Google ist ein äußerst innovatives Unternehmen, das den Wettbewerb im vergangenen Jahr kräftig angekurbelt hat", meint Mozilla-Europe-Präsident Tristan Nitot im Gespräch mit pressetext. "Im Grunde haben wir uns diese Konkurrenzsituation aber seit Jahren gewünscht, da es die Browserentwicklung weiter vorantreiben wird. Der Druck auf Mozilla wird dadurch nicht kleiner, aber das ist auch gut so", sagt Nitot.

400 Mio. Firefox-User

Die ungewohnte Kritik am Firefox-Projekt will Mozilla nicht auf sich sitzen lassen und verweist auf die über 400 Mio. User, die das Open-Source-Projekt bereits für sich gewinnen konnte. "Dass wir in Ländern wie Deutschland oder Polen bei beinahe 50 Prozent Marktanteil liegen, ist eine sensationelle Leistung. Je höher der Marktanteil, desto schwieriger wird es aber auch weiter zu wachsen", gibt Nitot zu bedenken.

Kritik an der mangelnden Innovationsfähigkeit weist der Mozilla-Europe-Chef im pressetext-Interview entschieden zurück: "Wir haben die Release-Strategie angepasst und die Entwicklungsgeschwindigkeit erhöht. Mit Firefox 4 steht bis Anfang nächsten Jahres zudem ein bedeutender Versionssprung bevor, der gerade in puncto Geschwindigkeit und Design große Verbesserungen mit sich bringt."

Mozilla Labs als Kreativpool

Um das kreative Potenzial der Community besser ausschöpfen zu können, sollen experimentelle Ideen aus den Mozilla Labs gezielter in den Entwicklungsprozess des Browsers einfließen. Darüber hinaus will Mozilla den Entwicklungsprozess bei Erweiterungen vereinfachen. Aus Usersicht verspricht Firefox 4 ebenfalls komfortabler zu werden. Extensions werden sich zukünftig ohne Browser-Neustart installieren lassen, verspricht Nitot.



nach oben Sa, 24 Jul 2010 14:46:28 +0200-407

 

  „Sparpaket“

Rund 80 Milliarden Euro will die Regierung in den nächsten vier Jahren einsparen.
Die Kürzungen treffen überwiegend Arbeitslose und Eltern.
Die Bundesregierung will 80 Milliarden Euro bis 2014 einsparen.
Die Liste der Grausamkeiten ist lang und fast jeder wird in den kommenden Jahren von den Einsparungen betroffen sein. Hauptbetroffene sind allerdings diejenigen, die wenig haben. 4,3 Milliarden Euro sollen im größten Haushalt des Bundes – im Etat Arbeit und Soziales – allein 2011 gespart werden.
Hartz-IV-Beziehern soll das Elterngeld komplett gestrichen werden.
Für diese Personen sei der Grundbedarf durch die Regelsätze und die Zusatzleistungen gesichert, wird argumentiert.
Der Bund spart durch diese Streichung 400 Millionen Euro im Jahr.
Zudem entfällt der Zuschlag vom Arbeitslosengeld I zum ALG II.
Bisher werden Alleinstehenden im ersten Jahr bis zu 160 Euro monatlich gezahlt, im zweiten bis zu 80 Euro.
Für Verheiratete gibt es maximal das Doppelte. Das Einsparvolumen beläuft sich auf 200 Millionen Euro.
Der Rentenversicherungsbeitrag für Langzeitarbeitslose soll ebenfalls entfallen,
womit der Bund 1,8 Milliarden Euro einspart.
Bisher entsteht pro Jahr Hartz-IV-Bezug ein Rentenanspruch von monatlich 2,09 Euro.
Die Regierung will zudem bei der Bundesagentur für Arbeit Pflichtleistungen in Ermessensleistungen umwandeln - etwa bei Eingliederungshilfen für Jobsuchende.
Insgesamt sollen Bund und Bundesagentur für Arbeit auf diese Weise bis 2014 bis zu fünf Milliarden Euro einsparen.

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nach oben Sa, 24 Jul 2010 12:57:11 +0200-406

 

  Kabel Deutschland setzt seine Werbemaßnahmen konsequent fort ...

Alle KDG-Neukunden, die im Aktionszeitraum bis zum 3. August ein Internet & Telefon-Paket online bestellen, erhalten einen Bonus in Höhe von 50 Euro. Dieser wird den Kunden auf der Rechnung gutgeschrieben. Die Aktion gilt bei Buchung eines der Pakete Internet & Telefon 6, Internet & Telefon 32 oder der bislang nur in Hamburg, München und Hannover verfügbaren Kabel Deutschland Highspeed-Pakete Internet & Telefon 60 oder Internet & Telefon 100. Außerdem winkt Neukunden bei Bestellung per Internet zusätzlich noch ein gratis WLAN-Router im Wert von 69,95 Euro.

Kabel Deutschland hält zudem noch bis zum 3. August alle Internet & Telefon-Tarife mit zwölf Monate lang im Preis reduzierten Grundgebühren bereit. Internet & Telefon 6 inklusive Festnetz-Flat sowie Internet-Flatrate mit einer Bandbreite von bis zu 6 Mbit/s ist zwölf Monate lang bereits für 12,90 Euro statt 19,90 Euro erhältlich. Auch Internet & Telefon 32, das Internet mit einer Surfgeschwindigkeit von bis zu 32 Mbit/s bietet, lässt sich ein Jahr lang für 22,90 Euro statt 29,90 Euro buchen.
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nach oben Sa, 24 Jul 2010 12:29:03 +0200-405

 

 Strafgebühr für Müllvermeidung - kaum zu glauben ...
aha macht Druck: Familie produziert zu wenig Müll

100724muell-hazFamilie Körner aus dem Waldwinkel in Misburg ist dieser Tage vom Abfallwirtschaftsbetrieb aha auf ein spezielles Problem gestoßen worden: In dem Haushalt mit fünf Personen fällt zu wenig Restmüll an. Jedenfalls gemäß der Satzung über die Abfallentsorgung.
Körners müssen deshalb künftig eine doppelt so große Restmülltonne wie bisher aufstellen und entsprechend höhere Gebühren berappen. „Ein unglaublicher Vorgang. Wir zahlen Strafe, weil wir Müll vermeiden“, sagt Angela Körner. „Die Satzung schreibt eine Mindestmenge vor“, entgegnet aha-Sprecher Stefan Altmeyer. Der entsprechende Wert betrage zehn Liter pro Person und Woche, beruhe auf langjährigen Erfahrungen und werde bundesweit angewandt.

Im Jahr 2002 ist Familie Körner nach Misburg gezogen und hat damals einen 60-Liter-Behälter mit 14-tägiger Leerung geordert. Heute leben in dem Haushalt das Ehepaar, zwei Kinder und eine Sprachstudentin. „Schon unser alter Müllbehälter ist nie voll geworden“, schildert Angela Körner. Außer dem Bestreben, Müll zu vermeiden und Wertstoffe zu trennen, trägt dazu bei, dass Ehemann Matthias beruflich in einer anderen Stadt tätig und deshalb oft nur am Wochenende zu Hause ist.
Nach acht Jahren ist trotzdem Post von aha am Waldwinkel eingetroffen. Bei einer allgemeinen Überprüfung habe man festgestellt, dass das „vorgehaltene Restabfallmindestvolumen pro Bewohner bei Weitem unterschritten wird“. Tatsächlich werfen Körners rein rechnerisch nur sechs Liter pro Person und Woche in ihren Behälter. Um auf die erforderlichen zehn Liter zu kommen, will ihnen aha nun die 120-Liter-Tonne aufdrücken. Dafür muss die Familie 90 Euro jährlich mehr bezahlen als bisher.

Der Abfallwirtschaftsbetrieb verweist auf Paragraf 10, Absatz 4, seiner Satzung, der in dieser Form auch in anderen Kommunen mit Tonnenabfuhr angewendet werde. Für die Zehn-Liter-Mindestgrenze gebe es Gründe: „Man will vermeiden, dass Haushalte aus Kostengründen zu kleine Tonnen bestellen und dann überschüssigen Müll im Wald oder in öffentlichen Behältern entsorgen“, erklärt Altmeyer. Außerdem gehe es um Gerechtigkeit: „Mit den allgemeinen Müllgebühren werden auch ansonsten kostenfreie Dienste wie Sperrmüll oder Wertstoffhöfe bezahlt. Deshalb müssen wir nivellieren.“ Ausnahmeregelungen seien nur für Einpersonenhaushalte möglich. Mit erwähnter Gerechtigkeit ist es allerdings im Wirkungsgebiet von aha, der Region, so eine Sache. Im früheren Landkreis gibt es die Sackabfuhr. Die Bewohner dort zahlen erstens eine Grundgebühr und zweitens für die Restabfallsäcke. Wie viel sie davon kaufen, kann ihnen niemand vorschreiben. Damit existieren auch keine Mindestmengen.

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Bildquelle: www.haz.de/

nach oben Sa, 24 Jul 2010 11:56:08 +0200-404

 

  Die Getränkedose ist zurück - Umweltschützer entsetzt

Die Getränkedose ist zurück - Umweltschützer entsetzt

100724dosen-badische-zeitungSeitdem im Jahr 2003 das Zwangspfand für Einweggetränkeverpackungen eingeführt wurde, war die Getränkedose vom Markt verschwunden. Seit einigen Wochen steht sie jedoch wieder in den Läden.

Umweltschutzorganisationen sind entsetzt. Getränkedosen seien nach wie vor die ökologisch unvorteilhafteste Verpackungsart. Während der Fußball-Weltmeisterschaft war das typische Plopp-Zisch beim Öffnen einer Bierdose plötzlich wieder zu hören. Denn die tot geglaubte Verpackung erlebt derzeit eine Renaissance. An der Spitze der Bewegung stehen die Discounter Netto und Penny, die das Dosenbier und die Cola-Dose vor einigen Wochen im großen Stil in die Regale zurückgeholthaben.

Penny startete den Versuch zunächst in Nordrhein-Westfalen, hat den Verkauf wegen der guten Resonanz inzwischen aber auf das gesamte Bundesgebiet ausgedehnt. Mittlerweile bietet auch die zum selben Konzern gehörende Supermarktkette Rewe die Dose wieder an. Die Händler sind zufrieden – wie auch der Discounter Netto, der bundesweit in allen 4000 Filialen Bierdosen zum Preis von 29 Cent zuzüglich Pfand anbietet. "Die Kundenresonanz liegt über unseren Erwartungen", sagt Sprecherin Christina Stylianou. Die Verbraucher wollten die Dose, meint auch Penny-Pressesprecher Andreas Krämer – wegen der bessere Frische, der längeren Haltbarkeit und der bewährten Kult-Eigenschaften, wie er es nennt. Auch für das Unternehmen habe die Verpackungsform Vorteile. Dosen seien stabiler und leichter stapelbar.

"Mit gutem Gewissen zugreifen: Die Getränkedose schont Klima und Umwelt" – Mit diesem Satz werben die Hersteller derzeit für das Comeback der Dose. Im Vergleich zu früher sei die Getränkedose inzwischen "ökologisch auf Augenhöhe mit Mehrwegflaschen". Begründet wird diese Aussage mit einer Studie des renommierten Ifeu-Instituts aus Heidelberg.

In dieser Untersuchung stellen die Wissenschaftler tatsächlich fest, dass die Dose unter bestimmten Voraussetzungen Vorteile bringt. Allerdings: Das Institut hat die Studie im Auftrag der Getränkedosenindustrie auf Grundlage von deren Daten verfasst und stellt selbst fest, dass "eine kritische Begutachtung nicht durchgeführt wurde". Insofern sei die Studie mit Vorsicht zu betrachten, sagt das Umweltbundesamt. Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin spricht von einem Schönrechnen.

Auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat etliche Argumente, warum die Studie zweifelhaft ist. So seien die Wissenschaftler beispielsweise davon ausgegangen, dass eine Mehrwegflasche nur bis zu zehn Mal wieder befüllt wird. Gerade kleinere Brauereien nutzten die Flaschen jedoch zum Teil mehr als 50 Mal, sagt DUH-Sprecherin Ulrike Fokken.

Umweltschützer: Dosen sind ökologisch am schlechtesten

Auch die angenommenen Transportentfernungen seien realitätsfremd, auch wenn immer mehr Biersorten in ganz Deutschland verkauft werden. "Nicht jede Flasche ist 400 Kilometer unterwegs", sagt Fokken. Gerade bei längeren Strecken schneidet jedoch die Dose wegen ihres geringeren Gewichts besser ab. Sarkastisch drücken es die Umweltschützer so aus: Man muss die Dose nur lang genug transportieren, damit sie umweltfreundlich wird. "Insgesamt betrachtet ist diese Art der Verpackung immer noch die mit Abstand ökologisch schlechteste", sagt Fokken.

Die Umweltschützer beobachten die Rückkehr der Getränkedose deshalb mit Schrecken. Die Deutsche Umwelthilfe hat ihre Forderung erneuert, Einwegverpackungen durch eine zusätzliche Abgabe zu verteuern und dadurch für den Verbraucher unattraktiver zu machen. Ohne "rigorose Vorgaben in der Verpackungsverordnung" sei der erneute Vormarsch der Dose nicht zu stoppen, meint Fokken. Dafür sei die Dose in der Herstellung zu billig und biete deshalb den Supermarktketten zu viele Vorteile.

Auch wenn der Absatz von Getränkedosen gerade rapide steigt – von den früheren Zahlen ist er noch weit entfernt. Vor dem Jahr 2003 wurden in der Bundesrepublik jährlich acht Milliarden Getränkedosen verkauft. Dies war abrupt vorbei, als die Bundesregierung ein Zwangspfand für Einweggetränkeverpackungen einführte. Für die Dose sind seitdem 25 Cent fällig. Damit erhoffte sie sich, dass wieder mehr Getränke in ökologisch vorteilhaften Mehrwegflaschen abgefüllt werden. Tatsächlich gebracht hat die neue Verordnung allerdings wenig. Die Mehrwegquote ist sogar noch weiter zurückgegangen.

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Bildquelle: www.badische-zeitung.de/



und so sieht die Werbung aus ...



nach oben Sa, 24 Jul 2010 00:26:51 +0200-403

 

 De-Mail - Wer liest Ihren Brief mit?

100722de-mail1-fr-onlineDie von der Bundesregierung als besonders sicher konzipierte elektronische Post weist offenbar deutliche Sicherheitslücken auf. Der Grund: Die Daten werden nicht durchgängig verschlüsselt. Mehrere IT-Experten und Verbandsvertreter warnen davor, die De-Mail, die im kommenden Jahr an den Start gehen soll, in dieser Form einzuführen.
"Ich habe schwere Bedenken und bin gegen das De-Mail-Gesetz. Die Sicherheitslücken sind nicht zu übersehen", sagt Thomas Lapp, Anwalt und IT-Experte der Bundesrechtsanwaltskammer der Frankfurter Rundschau. Zwar werden die De-Mails von den Nutzern verschlüsselt an die zentralen Server der De-Mail-Anbieter verschickt. Für diesen Teil des Weges gibt es keine Sorgen um die Sicherheit. Auf den Servern jedoch werden die Mails aus technischen Gründen kurz entschlüsselt und sofort wieder verschlüsselt.
Wird eine De-Mail an einen anderen Anbieter verschickt als den eigenen, muss die Mail auf ihrem Weg sogar zweimal aufgemacht werden. In diesen Momenten wäre es theoretisch möglich, die De-Mail zu kopieren oder zu manipulieren, wenn es gelingt, die Server der Anbieter zu hacken - das ist in der Vergangenheit schon gelungen. Auch für Geheimdienste und Ermittlungsbehörden könnte diese Schwachstelle interessant sein.

Elmar Müller, Vorstandschef des Deutschen Verbands für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation (DVPT), der der De-Mail eigentlich wohlwollend gegenübersteht, sieht ebenfalls ein Problem. "Diese Lücke muss dringend geschlossen werden", so Müller. Aus Sicht von Kurt Kammerer, Chef der deutschen Regify, die Sicherheitssysteme für E-Mails anbietet und in Konkurrenz zur De-Mail steht, sind die Sicherheitslücken so bedenklich, dass viele Geschäftskunden, etwa Banken, die De-Mail niemals nutzen würden.
Die Behörde des Bundesdatenschutzbeauftragten hegt ebenfalls schwere Bedenken, wie die FR auf Anfrage erfuhr. Wörtlich hieß es: "Für den Bundesdatenschutzbeauftragten ist es von zentraler Bedeutung, dass die Kommunikation der Nutzer wirksam gegen die Kenntnisnahme Dritter geschützt wird. Es reicht daher nicht aus, dass nur die Diensteanbieter bei De-Mail untereinander verschlüsselt übertragen sollen." Eine "echte Ende-zu-Ende-Sicherheit zwischen Absender und Empfänger" werde damit nicht erreicht. Diese müsse im De-Mail-Gesetz vorgeschrieben werden.

100722de-mail2-fr-onlineDie De-Mail soll eine sichere Alternative zur gewöhnlichen E-Mail sein, über die auch sensible Geschäfts- und Behördenbriefe verschickt werden können. Die Deutsche Telekom und United Internet (gmx.de, web.de) bieten bereits die Registrierung von De-Mail-Adressen an und wollen Anfang 2011 mit großen Erwartungen in das Geschäft einsteigen.

"Nur kurz entschlüsselt"

Die Deutsche Telekom bestätigt, dass die De-Mails kurz geöffnet werden. Gert Metternich, Projektleiter der Telekom, sagte der FR: "Im De-Mail-System werden die Mails für den Bruchteil einer Sekunde auf den Servern der Provider entschlüsselt und sofort wieder verschlüsselt und dann weitergeschickt." Dies geschehe auf Servern, die staatlich überprüften Sicherheitsstandards entsprächen und abgeschottet seien. "Insofern haben wir überhaupt keine Bedenken, dass die De-Mails nicht sicher sind."

Auch im Bundesinnenministerium weiß man um die kurzzeitig fehlende Verschlüsselung, sieht darin jedoch kein Problem, da die Anbieter überprüft würden. Thomas Lapp von der Anwaltskammer erblickt dennoch eine gravierende Lücke. Das System funktioniere wie ein Brief, der bis zu zweimal unterwegs geöffnet und in ein neues Kuvert gesteckt wird. "Das Versprechen, so sicher wie ein Brief zu sein, wird damit nicht eingehalten."

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Bildquelle: www.fr-online.de/

nach oben Do, 22 Jul 2010 06:50:54 +0200-402

 

  Bahn kennt Kühlungsproblem seit 2008

100722bahn-kuehlungsproblem-hazDie Deutsche Bahn ist sich der Anfälligkeit ihrer Klimaanlagen offenbar schon seit längerer Zeit bewusst. Die Kühlung seiner ICE-2-Züge bereitet dem Unternehmen bereits seit zwei Jahren Probleme, wie aus internen Wartungsprotokollen hervorgeht.

Laut der Protokolle, die dieser Zeitung vorliegen, gab es bereits im Sommer 2008 massive Mängel bei der Kühlung der 44 Züge der ICE-2-Flotte. Am 1., 3., 4. und 5. August waren demnach je sieben Klimaanlagen defekt, am 2. August kühlten sechs Anlagen nicht.

Als die Fahrt des ICE 846 von Berlin nach Köln am 10. Juli für zahlreiche Fahrgäste im Krankenhaus endete, hatte sich die Bahn „völlig überrascht“ vom Ausfall von Klimaanlage und Lüftung gezeigt. Diese Aussage von Bahn-Chef Rüdiger Grube wiederum überraschte viele Experten und auch manchen ICE-Zugbegleiter. Denn der Ausfall der Kühlung kommt offenbar öfter vor.

So listet das interne Informationsblatt „P.T-O-B 62“ bereits für den Sommer 2008 zahlreiche Mängel auf. Im Juli 2008 funktionierten demnach im Schnitt drei Anlagen nicht, im Juni fielen durchschnittlich vier Anlagen aus. Das Dauerproblem mit den Klimaanlagen bestätigen auch anonyme Aussagen von Zugbegleitern. Ein Schaffner meldete demnach innerhalb eines Jahres allein 30 defekte Klimaanlagen in seinen Zügen. Trotzdem wurden die Anlagen nicht ersetzt, sondern nur immer wieder repariert.

Auch andere technische Mängel, die den Komfort beeinträchtigen und teilweise auch die Sicherheit, nahm die Bahn über Monate hinweg offenbar billigend in Kauf. Das Protokoll listet zum Beispiel für den 5. August 2008 insgesamt 24 „gestörte WC“, vier abgeschaltete Bremsen und fünf „gestörte Bugklappen“ auf. Im Juli 2008 fielen in den 44 ICE-2-Zügen im Schnitt pro Tag elf Toiletten aus, im Juni zehn.

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nach oben Do, 22 Jul 2010 06:34:01 +0200-401

 

 

PR-Gau bei BP: Blogger deckt Bild-Manipulation auf
Retuschiertes Foto von Schaltzentrale beschädigt Image nachhaltig

100721bp-pte
BP-Kontrollraum: Einige Monitor-Bilder wurden nachträglich hinzugefügt (Foto: americablog.com)
Washington/Pfäffikon (pte/21.07.2010/13:35) -
Der Ölkonzern BP http://bp.com sorgt mit einem manipulierten Bild aus einem für die Ölpest zuständigen Kontrollraum für Spott. Hintergrund ist ein gefälschtes Foto der Schaltzentrale in Houston, von der aus die Ölpest überwacht wird. Auf dem Schnappschuss zu sehen sind die Schattenumrisse von BP-Mitarbeitern vor zehn großen Überwachungsmonitoren. Darauf zu erkennen sind Unterwasserbilder der Ölkatastrophe. Das Problem: Einige der Bildschirme waren zum Zeitpunkt der Aufnahme aus. BP hat Retuschierungen bereits eingeräumt.

Öffentliches Vertrauen verspielt

"Mit dilettantischen Aktionen wie diesen schadet sich das Unternehmen immens. BP verspielt somit den letzten Funken an öffentlichem Vertrauen", unterstreicht Thomas Otte, Inhaber des gleichnamigen Beratungsunternehmens http://brand-consulting.com, im pressetext-Interview. Da sich die Pannen bei BP häufen, schmilztauch das Image auf unabsehbare Zeit dahin, sagt Otte. "Eine wie bei BP selbstverschuldete Schädigung des eigenen Images ist einfach nur dumm."

Wie die Washington Post heute, Mittwoch, schreibt, hat BP-Sprecher Scott Dean eingeräumt, ein Fotograf des Konzerns habe mit Hilfe von Photoshop nachträglich Bilder der Katastrophe auf die schwarzen Monitore gelegt. Dean beteuert außerdem, die Bildmanipulationen wurden nicht mit Absicht vorgenommen. Der BP-Fotograf habe nur seine Photoshop-Kenntnisse unter Beweis stellen wollen. Laut BP darf das Programm ab sofort nur noch für Veränderungen wie Farbkorrekturen oder zum Erstellen von Bildausschnitten verwendet werden.

BP-Chef Hayward gerät unter Druck

Nachdem BP das gefälschte Foto auf die Webseite gestellt hatte, entdeckte der Blogger John Aravosis die Schummelei. Er machte zahlreiche Screenshots, analysierte diese akribisch und stellte sie anschließend auf seinen Americablog http://americablog.com. Die jüngste PR-Panne BPs ist Ausdruck des Missmanagements im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Vor allem der Konzernchef Tony Hayward gerät mit zahlreichen Verbalausfällen in die Kritik.

Am 14. Mai sorgte der BP-Chef für spöttische Kommentare, als er den Golf von Mexiko als "sehr großen Ozean" bezeichnete und die Ölmenge "winzig ist im Vergleich zur gesamten Wassermenge". Ein anderes Mal schockierte Hayward mit der Aussage: "Ich möchte mein Leben zurück." "Miniaturisierungsaussagen wie diese sind angesichts des Ausmaßes der Ölpest völlig fehl am Platz. BP sollte die Öffentlichkeit lieber rückhaltlos über das eigene Versagen informieren, anstatt sich selbst zu bemitleiden", sagt Otte gegenüber pressetext.



nach oben Mi, 21 Jul 2010 14:50:30 +0200-400

 

  Die "Urlaubs-Schön-Rede"

100721merkel-tagesspiegelBevor die Bundeskanzlerin sich in den Urlaub verabschiedete, stand sie in Berlin noch einmal Journalisten Rede und Antwort. Angela Merkel räumt Turbulenzen ein, erklärt die Wirtschaftskrise für beendet und kündigt für die zweite Jahreshälfte "harte Arbeit" an.

Angela Merkel kommt schnell zur Sache, sie spricht von „turbulenten Monaten“, von „wichtigen Weichenstellungen“ die vor der Bundesregierung stehen und räumt auch ein, dass der Umgangston in der Koalition zuletzt „teilweise nicht akzeptabel“ gewesen sei.

Gleichzeitig jedoch versucht die Bundeskanzlerin, gute Stimmung zu machen. Die Krise sei vorbei, erklärt sie, auch wenn Merkel zugleich „noch nicht“ sagen will, dass der Aufschwung auf Dauer tragfähig sei. Rückschläge schließt also auch sie nicht aus, trotzdem bleibt die Kanzlerin optimistisch. Die Zahl der Arbeitslosen sei niedriger als vor der Krise, sagt sie. „Deutschland hat sich als stabiler erwiesen als gedacht“, verkündet sie, der „Staat war handlungsfähig“. Merkel präsentiert sich vor ihrem Urlaub also noch einmal zufrieden und optimistisch. Ihre Laune scheint besser als die Lage. Alle schlechten Nachrichten der letzten Monate, vor allem die aus den eigenen Reihen, scheinen an ihr abzuperlen.

Fast anderthalb Stunden nimmt sich Angela Merkel am Mittwoch Zeit, um den Hauptstadt-Journalisten Rede und Antwort zu stehen. Sie redet über die Innenpolitik und über die Außenpolitik, über ihre Kabinettskollegen und die Opposition, über ihr Leben vor der Politik und ihren Spaß an der Politik.

Der Auftritt ist ein Ritual

Der sommerliche Auftritt vor der Bundespressekonferenz ist ein Ritual. Wirklich Neues wird in der Regel nicht verkündet. Es ist Tradition in der Hauptstadt, dass die Kanzler der Republik noch einmal die letzten Monate Revue passieren lassen und in die Zukunft blicken, bevor sie sich in den Urlaub verabschieden. Willy Brandt war der Erste, der den Plausch mit den Journalisten in der nachrichtenarmen Zeit schätzte, Helmut Kohl kam gelegentlich, Schröder jedes Jahr. Merkel muss etwas tun, die Stimmung in der Koalition ist schlecht, in den Meinungsumfragen testet die Regierung derzeit Woche für Woche Tiefstwerte. Nach dem turbulenten ersten Regierungsjahr von Schwarz-Gelb braucht die Kanzlerin eine Trendwende.

Angela Merkel weiß dies. Im sommerlich weißen Kostüm sitzt sie vor den Hauptstadtjournalisten. Sie versucht, Scherze zu machen, entspannt zu wirken. Dabei ist die Lage für die Kanzlerin alles andere als entspannt, auch sie kennt die Umfragen, auch sie weiß, die Deutschen sind nicht zufrieden mit der Regierung, „bestimmte Formen der Diskussion haben den Wählern nicht gefallen“.

Doch lange will sich die Kanzlerin damit nicht aufhalten, sondern lieber in die Zukunft blicken. „Die nächsten Monate werden noch einmal sehr arbeitsreich, weil wir wichtige Entscheidungen zu treffen haben“, sagt Merkel und spricht von „harter Arbeit“.

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nach oben Mi, 21 Jul 2010 14:37:47 +0200-399

 

  625 Millionen Euro für neuen Weltraumbahnhof

Russland baut sich ein Tor zum All

100720baikonur-tagesschauRussland plant den Bau eines neuen Weltraumbahnhofs im eigenen Land. Für das Kosmodrom Wostoschni wolle die Regierung in den kommenden drei Jahren umgerechnet rund 625 Millionen Euro bereitstellen, sagte der russische Ministerpräsident Wladimir Putin bei einem Besuch im Astronauten-Trainingszentrum in der Nähe von Moskau. Der neue Weltraumbahnhof soll demnach nahe der Stadt Uglegorsk in der Region Amur im Fernen Osten entstehen. Schon 2015 soll er seinen Betrieb aufnehmen. Die ersten Starts bemannter Raumflüge sollen 2018 abgewickelt werden.
Russland strebt nach mehr Unabhängigkeit

Ziel des neuen Projekts ist es, Russlands Abhängigkeit von Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zu verringern. Das dortige zu Sowjetzeiten erbaute Kosmodrom wird bislang für bemannte russische Raumflüge genutzt."Wir müssen konkurrenzfähig bleiben. Die Lage auf dem Weltmarkt zwingt uns dazu", sagte Putin. Der neue Weltraumbahnhof werde Russland die "komplette Unabhängigkeit" bei seinen Weltraumaktivitäten garantieren.

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nach oben Di, 20 Jul 2010 11:48:14 +0200-398

 

  Pfui Birne!

Glühlampen-Ausstellung

100719birne-tazDie Energiesparlampe mit ihrem flachen, dumpfen Licht ist ästhetisch ein Schlag in die Magengegend. Die Ingo-Maurer-Ausstellung im Berliner Bauhaus-Archiv plädiert für nackte Glühbirnen.
Auf den ersten Blick sieht die Ausstellung im Berliner Bauhaus-Archiv wie ein Lampenladen aus: Ein Raum mit vielen Leuchten und dazwischen stoffelt Personal. Gezeigt werden die wichtigsten Werke von Ingo Maurer, einem der bedeutendsten Lichtdesigner unserer Zeit.

Auf den zweiten ist sie Politik. Gleich zum Einstieg in den Ausstellungskatalog ruft Ingo Maurer zum zivilen Ungehorsam auf. Sein Gegner: das Glühbirnenverbot. Er präsentiert ein "Euro Condom" gegen "stupid Rules" - ein Gummiüberzug, der transparente Glühbirnen (die bis 40 Watt noch bis 2012 legal sind) matt macht - und ruft dazu auf, Glühlampenvorräte anzulegen.
"Die Glühbirne wird nicht verschwinden, davon bin ich überzeugt", sagt Maurer. Mit anderen Designern und Künstler hat auch er eine Petition unterzeichnet, die die Rücknahme der EU-Verordnung fordert. Ihre Kritik: Das Verbot zerstört ein Kulturgut. Und die zurzeit einzige Alternative - die Energiesparlampe mit ihrem flachen, dumpfen Licht - ist ästhetisch ein Schlag in die Magengegend. Nur, wie wird die Glühbirne überleben?

Warum sich der Ungehorsam lohnt, zeigt Maurers Werkschau im Bauhaus-Archiv. Mit der "Bulb" hat er 1966 die nackte Glühbirne zum ästhetischen Objekt gemacht, indem er sie in eine noch größere Glasbirne stellte. Mit "Ya Ya Ho" machte er 1984 das Gleiche mit dem Stromkreis, den er, anstatt ihn zu verbergen, als Lampe präsentierte. Zwischen zwei gespannte Drähte hängte er (vom Verbot ebenfalls bedrohte) Niedervolt-Lampen. "Ya Ya Ho" und seine zahllosen Imitate ziehen sich heute durch jede 90er-Jahre-Wohnung.

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nach oben Mo, 19 Jul 2010 09:40:34 +0200-397

 

 Senat verbietet "Gelbe Tonne Plus"

Der Berliner Senat hat einer neuen Wertstofftonne der Entsorgungsfirma Alba nun auch förmlich eine Absage erteilt. Tausende Tonnen müssen wieder eingesammelt werden.

100718alba-tagesspiegelDie Umweltverwaltung schickte dem Unternehmen einen entsprechenden Beschluss per Fax zu und forderte Alba darin auf, alle 9000 "Gelbe Tonnen Plus" bis zum 13. August wieder einzusammeln. Alba werde den Inhalt des Schreibens prüfen und nach dessen förmlicher Bekanntgabe entscheiden, wie weiter vorgegangen werden soll, sagte Alba-Sprecherin Verena Köttker. "Es ist außerordentlich bedauerlich, dass die Senatsverwaltung ein seit Jahren etabliertes, kostengünstiges und umweltschonendes System der Wertstofferfassung, ohne ersichtlichen Grund, offensichtlich verbieten will und stattdessen auf eine gebührenfinanzierte Lösung setzt".
Der Tagesspiegel hatte bereits Ende Juni berichtet, dass der Senat der Ausweitung der gelben Tonne nicht zustimmen werde. Der Streit dreht sich um die künftige Verwertung von Müll. Ein neues Kreislaufwirtschaftsgesetz wird voraussichtlich in rund einem Jahr in Kraft treten und das Sammeln und Wiederverwerten von Stoffen wie Metall, Holz und Textilien regeln.

Die private Alba AG will dieses Geschäft nicht der landeseigenen BSR überlassen. Bislang teilen sich beide den Berliner Markt: Die BSR sammelt alle möglichen Arten von Müll, Alba ist für den Verpackungsabfall zuständig.

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nach oben So, 18 Jul 2010 13:03:49 +0200-396

 

  "Wird der Schweizer aus der Zelle winken?"

Die JVA Mannheim öffnet die Türen für einen Besuchertag - das Gesprächsthema: Häftling Kachelmann
Der Veranstaltungstitel allein taugt eigentlich schon als Schenkelklopfer: "Tag der offenen Tür im Gefängnis". Doch was sich jüngst bei der Anmeldung zum Besuchertag der Mannheimer Justizvollzugsanstalt (JVA) abspielte, hatte dann doch seine ganz besondere Note. "Ach", seufzte Vollzugsleiter Michael Zahs, als er gestern eine faszinierte Gästegruppe durch die Gefängnistrakte schleuste, "irgendwann hat man wirklich jeden Kachelmann-Witz zum 30. Mal gehört."
Kaum eine telefonische Anmeldung zum Knast-Besuch ohne Nachfrage, ob denn auch eine Autogrammstunde eingeplant sei. Ob die JVA bei ihrem Blumenkohlwölkchen-Promi vorsorglich gutes Wetter bestellt habe. Ob der Schweizer aus der Zelle winken werde. Ob man ihm nachträglich gratulieren dürfe. Zwei Tage zuvor hatte der berühmte Untersuchungshäftling seinen 52. Geburtstag begangen. Auch darüber, dass es dabei weder Kuchen noch Blumen gab, weil das nun mal nicht üblich ist in Haft, war so ziemlich jeder informiert, der sich am Samstag mit Personalausweis und gespanntem Gesichtsausdruck vor der Strafanstalt einfand.
Geplant war der Knast-Event natürlich lange, bevor am 20. März der prominente Zuzug kam, auch wenn Kachelmann-Fans im Internet schimpften, man könne in diesem "Serengeti-Park JVA" ja gleich auch noch Gladiatoren-Kämpfe der Häftlinge veranstalten. Zum zweiten Mal hatte Baden-Württemberg eine landesweite "Woche der Justiz" organisiert, um seine Bürger hinter die Kulissen von Gericht oder Gefängnis schauen zu lassen. Auch ohne Kachelmann wäre der Ansturm auf die mächtige Strafanstalt im Osten Mannheims wohl groß gewesen. Sich mal genüsslich hinter Gittern umzutun in der Gewissheit, zwei Stunden später wieder im Freien zu stehen, finden mittlerweile sogar Familien mit Kleinkindern wochenendausflugwürdig. Doch dieses Mal liefen die Telefone regelrecht heiß. Tausende wollten dorthin, wo Wetter-Millionär Jörg Kachelmann seit mehr als 100 Tagen lebt, doch nur 600 wurden dann durch die schwer bewachte Schleuse an der Hauptpforte gelassen. Mehr Gäste konnten die Mannheimer beim besten Willen nicht durch Zellen und Werkstätten, Kraftraum und Kirche schleusen, ohne den Überblick zu verlieren.

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nach oben So, 18 Jul 2010 12:56:51 +0200-395

 

 

Klimaanlagenbauer: Keine Schuld am ICE-Chaos
Liebherr leidet unter dem Schweigen der Deutschen Bahn

100716klimaanlagen-pte
Bahnkomfort: Im ICE2 im Sommer nicht (Foto: Rainer Sturm/pixelio.de)
Berlin/Wien (pte/16.07.2010/13:50) -
Schwitzende Passagiere in den stickig heißen ICEs der Deutschen Bahn http://www.deutschebahn.de würden die Hersteller der Klimaanlagen am liebsten selbst am Grill sehen (pressetext berichtete http://www.pressetext.com/news/100715028/ ). Doch welches Unternehmen die fraglichen Aggregate hergestellt hat, verrät die Bahn nicht. Unfreiwillig in die Schusslinie geraten ist dabei der Klimaanlagenhersteller Liebherr. Der Name fällt im Zusammenhang mit der Taskforce – dabei befinden sich laut Liebherr in den betroffenen ICE2-Garnituren gar keine Liebherr-Geräte.

Gestern, Donnerstag, bestätigte der Vorsitzende des Verkehrsauschusses im Deutschen Bundestag, Winfried Hermann im pressetext-Interview die Einrichtung der Taskforce, die die Bahn zusammen mit dem Zughersteller Siemens und dem Klimaanlagenbauer Liebherr gebildet hat. Die Taskforce soll Ergebnisse liefern und aufzeigen, wie die Fehler behoben werden können. Liebherrs Aufgabe ist es, Know-how beizusteuern.

"Wir sind als Hersteller und Experte auf dem Gebiet von Klimaanlagen in die Taskforce der Bahn eingeladen worden, nicht, weil unsere Technologie betroffen war", sagt Kristian Küppers, Leiter Öffentlichkeitsarbeit bei Liebherr-International http://www.liebherr.com gegenüber pressetext. "Bei unseren Geräten handelt es sich um luftgestützte Klimaanlagen auf Zügen vom Typ ICE3 der zweiten Bauserie."

Alte Normen entsprechen nicht mehr Gegebenheiten

Die Bahn weist alle Kritik an Wartungsmängeln und systematischer Fehler zurück. Dokumente der Bahn und des Eisenbahnbundesamtes EBA deuten darauf hin, dass die Klimaanlagen ab einer Temperatur von 32 Grad nicht mehr störungsfrei arbeiten, weil die Kühlleistung nicht mehr gewährleistet ist. Vollständige Aufklärung aber will die Bahn ebenso wenig betreiben wie ICE-Produzent Siemens: Trotz mehrfacher Anfrage bei der DB gab es auf die Frage nach dem Hersteller der Klimaanlagen keine Auskunft. Siemens weigerte sich Spiegel Online zufolge ebenfalls, den Hersteller der Klimaanlagen zu nennen.

Ein Grund für den Ausfall sind Normen, die zum Zeitpunkt der Lieferung der Züge gegolten haben. Das bestätigt auch ein Techniker der ÖBB gegenüber pressetext. "Die Normungskriterien von damals entsprechen nicht mehr den jetzigen Gegebenheiten", sagt der ÖBB-Mitarbeiter, der anonym bleiben wollte. 1992 galt die Norm von minus 20 Grad bis maximal 32 Grad bei 60 Prozent Luftfeuchtigkeit. Diese wurde dann einige Jahre später auf 35 Grad erhöht.

Air Condition aus der Luftfahrtindustrie

Erfolgreich eingesetzt werden in den neuesten ICE3 Zügen luftgestützte Klimaanlagen, die derzeit auf eine Norm zwischen minus 30 und plus 40 Grad ausgelegt sind. "Das Besondere daran ist, dass Luft als Kältemittel eingesetzt wird", sagt Küppers. "Im Vergleich zu herkömmlichen Kaltdampf-Klimasystemen sind sie in puncto Umweltfreundlichkeit und Gesamtbetriebskosten deutlich überlegen."



nach oben Fr, 16 Jul 2010 14:50:11 +0200-394

 

 

100 Gigabyte: Sharp startet mit Blu-ray XL
Datenscheibe speichert zwölf Stunden TV-Content

100714blu-ray-pte
Blu-ray-Rohling: Hersteller verdoppelt Kapazität (Foto: Sharp)
Osaka (pte/16.07.2010/11:20) -
Seit Ende Juni gibt es von der Blu-ray Disc Association mit BDXL Spezifikationen für Blu-ray-Disks, die bis zu 128 Gigabyte (GB) an Daten fassen. Heute, Freitag, hat der Elektronikhersteller Sharp in Japan die ersten entsprechenden Produkte präsentiert. Der Hersteller bringt die ersten BDXL-Rohlinge. Sie bieten mit 100 GB eine doppelt so hohe Kapazität wie bisherige Blu-ray-Disks. Ebenfalls noch im Juli starten in Japan die ersten AQUOS-Blu-ray-Player, die eine Wiedergabe der Hochkapazitätsscheiben erlauben.

Neue Kapazitäts-Schichten

Bislang waren zweilagige Blu-ray-Disks mit 50 GB die kapazitätsstärksten Datenscheiben. Bei BDXL werden ein oder sogar zwei zusätzliche Layer genutzt. Für das Kapazitätsmaximum von 128 GB wären vier Lagen nötig. Sharp startet zunächst mit dreilagigen Rohlingen in den Markt, welche diesen Wert nicht ganz erreichen. Dennoch reicht eine Scheibe für zwölf Stunden an TV-Inhalten in einer für terrestrische digitale Ausstrahlung typischen Qualität. Wer mit einem digitalen Videorekorder aufgenommene Serien brennen will, kann also je nach Serie mit nur ein oder zwei Rohlingen auskommen.

Die BDXL-Scheiben unterstützen maximal eine vierfache Schreibgeschwindigkeit und sind nur einmal beschreibbar (BD-R). Der Preis zum Marktstart wird laut Akihabara News etwa 44,50 Euro pro Stück betragen. Sharps werden Rohlinge am 30. Juli zunächst in Japan auf den Markt kommen. Dazu, ob und wann sie auch in anderen Regionen erhältlich sein werden, gibt es noch keine Informationen.

BDXL braucht Player

Dass Sharp die Rohlinge zunächst nur in Japan startet, hängt sicher mit der Verfügbarkeit geeigneter Player ab. Denn zum Abspielen sind eigene BDXL-fähige Geräte erforderlich. Hier positioniert sich Sharp ebenfalls als Vorreiter. Zeitgleich mit den Rohlingen erscheinen in Japan die Blu-ray-Player BD-HDW700 und BD-HDW70. Sie sind die ersten Geräte der Welt, die Playback und Aufnahme von BDXL ermöglichen. Dabei unterstützen die Player auch vierlagige Scheiben.


nach oben Fr, 16 Jul 2010 14:50:11 +0200-393

 

  Gutschein: Lieblings-Musik und Hörspiele
im Wert von 10 Euro kostenlos downloaden

100717musicstar-loadblogMit unserem LoadBlog-Gutschein können sich Neukunden bei Musicstar.de für 10 Euro beliebige Songs und Alben downloaden – völlig legal! Das Ganze ist an keine Mindestbestellmenge, an kein Abo und keine Verpflichtung gekoppelt.

Von Nena bis Lady Gaga, von Drei Fragezeichen-Hörspielen bis zu Lena Meyer-Landrut: Der umfassende Download-Shop bietet Musik von allen großen Labels und aktuellen und namhaften Künstlern und sogar Hörbücher. Alben kosten meist € 6,99, einzelne Songs ab € 0,75 Euro — und mit unserem Gutschein können sich Musikliebhaber ihr Geschenk selbst aussuchen. Wir zeigen euch Schritt für Schritt, wie’s geht.

Musik und Hörspiele im Wert von € 10,- kostenlos – so funktioniert’s in 3 Schritten und 3 Minuten
Schritt 1: Musik aussuchen

Über diesen Link zu musicstar gehen, nach den gewünschten Songs/Alben suchen und in den Warenkorb legen. Wichtig: Der Gutschein gilt nur für Neukunden und nur beim ersten Einkauf. Es empfiehlt sich, den Betrag voll auszuschöpfen, da die Restsumme des Gutscheins nach der Bestellung verfällt. Im Warenkorb unseren Code “urlaub” eingeben und auf “weiter zur Kasse” klicken. Nicht irritieren lassen: Der Gutschein wird noch nicht gleich bestätigt, das kommt zum Schluss.

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nach oben Sa, 17 Jul 2010 14:43:58 +0200-392

 

 Die Prinzen bei RICKY'S POP SOFA

Sommerloch ... ?

Nun hat auch Microsoft die "Anziehungskraft" von "Youtube" entdeckt
und will ein paar "Zuschauer" ab haben!
msn Video heißt es bei Microsoft.


Hier ein Beispiel:

RICKY'S POP SOFA - Die Prinzen bei RICKY'S POP SOFA
(Eine Werbung müssen Sie ertragen!)
Viel Spaß!

nach oben Sa, 17 Jul 2010 14:35:56 +0200-391

 

  Langwieriger Rechtsstreit um Schokohasen geht in nächste Runde

Und hier ein "echter" Sommerloch-Artikel!

100717schokohasen-entdecke-deutschlandDer Endlosstreit um den Schoko-«Goldhasen» geht in die nächste Runde: Der Bundesgerichtshof (BGH) hob in einem am Freitag (16. Juli) veröffentlichten Urteil eine Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt auf. Die Sache wurde zur neuen Verhandlung und Entscheidung an das OLG zurückverwiesen. Das höchste deutsche Zivilgericht hatte bereits zum zweiten Mal über eine Klage des schweizerischen Schokoladenherstellers Lindt & Sprüngli (Az: I ZR 57/08) zu entscheiden. Lindt wirft der bayerischen Confiserie Riegelein vor, einen allzu ähnlichen Goldhasen im Angebot zu haben und damit das Markenrecht zu verletzen.

Das OLG habe bei seiner Verhandlung zu wenig Feststellungen getroffen, auf die sich der BGH berufen könnte, hatte der Vorsitzende Richter Joachim Bornkamm am Donnerstag bei der mündlichen BGH-Verhandlung in Karlsruhe moniert.

Bereits vor vier Jahren hatte der Bundesgerichtshof den Fall an das OLG zurückverwiesen. Das Berufungsgericht befand danach – wie schon in der ersten Verhandlung - es gebe keine Verwechslungsgefahr zwischen den Schokoladenhasen. Nicht nur sei auf beide Hasen gut sichtbar der Herstellername gedruckt, sie unterschieden sich außerdem deutlich in Form und Farbe, fand das OLG. Außerdem wickelt Lindt seinen Schokohäschen ein rotes Band mit Glöckchen um den Hals, während der Konkurrent eine bräunlich-rötliche Schleife aufdruckt.

Gegen diese Beurteilung hatte sich Lindt mit seiner Revision gewandt. Seit dem Jahr 2000 sind die Schweizer Inhaber der Marke «Goldhase». Das Unternehmen verlangt von seinem deutschen Konkurrenten Unterlassung und Schadensersatz. Der Anwalt der Gegenseite hatte dagegen darauf verwiesen, dass Riegelein seit 50 Jahren den Hasen in dieser Form produziert. Der Streitwert für die Revision wurde vom BGH auf 450.000 Euro festgesetzt.

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Bildquelle: www.entdecke-deutschland.diplo.de/

und ...

Der Kampf um den Goldhasen

nach oben Sa, 17 Jul 2010 13:59:07 +0200-390

 

  Klimaanlagen der Bahn sind nur bis 32 Grad ausgelegt?!?

So werden die Bürger auf den Arm genommen!
Gestern waren es noch "bedauerliche Ausnahmen" ...


Erinnern Sie sich noch an den letzten Winter ...
ICE-Züge fallen aus - wegen der großen Kälte ...

100715bahn-hazKlimaanlagen in Fernzügen der Deutschen Bahn sind nur auf Temperaturen bis 32 Grad Celsius ausgelegt. Bei höheren Temperaturen ist, wie sich aus einem Schreiben des Eisenbahnbundesamtes ergibt, „ein Abkühlen grundsätzlich nicht mehr gewährleistet“.
Die Bahn hatte, nachdem etliche Züge überhitzt waren und von Sanitätern evakuiert werden mussten, zunächst von bedauerlichen Einzelfällen gesprochen. Ein interner Meinungs- und Informationsaustausch zwischen dem Bahnvorstand und der für ihn zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Eisenbahnbundesamt, deutet jedoch auf ein generelles Problem hin.

Der Präsident des Eisenbahnbundesamtes, Gerald Hörster, warnt in einem Schreiben vom 14. Juli, das dieser Zeitung vorliegt, den Vorstand der Bahn vor einer Verletzung seiner gesetzlichen „Sicherheitsverpflichtung“. Wörtlich schreibt Hörster: „Die Vorfälle geben hinreichenden Anlass zu der Annahme, dass nicht gewährleistet werden konnte, dass die Risiken für die Fahrgäste auf ein verantwortbares und rechtlich zulässiges Maß beschränkt geblieben sind.“ Hörster rekapituliert in dem Brief Auskünfte des Bahnvorstands, die er auf eine Anfrage vom 12. Juli bekam. Danach sei ein Abkühlen bei höheren Temperaturen als 32 Grad nicht gewährleistet, und „durch unglückliche Umstände“ habe überdies „die Luftzufuhr versagt“.

„Die Ereignisse werden derzeit von der Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes untersucht“, schreibt Hörster. „Nach dem Ergebnis dieser Untersuchungen werde ich über das weitere Verfahren entscheiden.“
Unterdessen haben, wie es am Mittwoch aus Bahnkreisen hieß, die Bahn und der Siemens-Konzern als Reaktion auf das Hitze-Chaos in mehreren ICE-Zügen eine „Taskforce“ gegründet.

Für den Zugchef eines ICE, in dem am Sonnabend neun Schüler bei großer Hitze kollabierten, hat die Fahrt juristische Konsequenzen. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld leitete ein Ermittlungsverfahren ein. „Der Verdacht lautet auf fahrlässige Körperverletzung und unterlassene Hilfeleistung“, sagte Oberstaatsanwalt Reinhard Baumgart. Es werde derzeit geprüft, ob der Mann den Zug hätte anhalten müssen.

Der Siemens-Konzern, der die Züge gebaut hatte, widersprach dem Vorwurf, mangelhafte Technik ausgeliefert zu haben. Für die Münchener ist die Bahn verantwortlich, weil sie die Wartung vernachlässigt habe – Wartungsverträge mit Siemens aber ablehnte. „Wer ein Auto kauft und zehn Jahre nicht zur Werkstatt bringt, darf sich auch nicht wundern, wenn er irgendwann mit dem Fahrzeug liegen bleibt“, sagte ein Siemens-Sprecher.

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Bildquelle: www.haz.de/

nach oben Do, 15 Jul 2010 11:22:34 +0200-389

 

  15 Jahre MP3 - Ein Musikformat feiert Jubiläum

Am 14. Juli 1995 erhielt das schon länger existierende Musikformat die weltbekannte Dateiendung ».mp3«.

mp3-playerOffiziell gab es den ISO-Standard »MPEG Audio Layer 3« zwar schon länger, doch erst am 14. Juli 1995 erhielt das Musikformat die Datei-Endung ».mp3« und damit auch die umgangssprachliche Bezeichnung »MP3-Format«.

Lesen Sie die "Geschichte einer deutschen Erfindung" beim Erfinder dem
Fraunhofer - Institut für Integrierte Schaltungen

Die Fraunhofer-Entwickler suchten nach Anwendungsmöglichkeiten für mp3 und hatten bald die Vision von mobilen Musikspielern, auf denen Musikliebhaber ihre gesamte Sammlung speichern können. Anfangs für ihre Ideen noch belächelt, schafften es das Fraunhofer-Team gegen den Widerstand der etablierten Industrie, mp3 zu einem Welterfolg zu führen.

Heinz Gerhäuser: »mp3 hat die Art wie wir Musik kaufen und hören verändert. Heute tragen wir unsere gesamte Musiksammlung auf Musikspielern nicht größer als eine Streichholzschachtel mit uns spazieren. Lieder im mp3-Format spielen immer und überall, kein Gerät das mp3 nicht unterstützt. Wir kaufen Musik online über das Internet und nicht mehr im Kaufhaus. Die Technologie, die eine gesamte Industrie revolutioniert hat, nahm ihren Anfang in Erlangen. Und nur dank der unermüdlichen Entwicklungsarbeit und dank langjährigen Vermarktungsbemühungen wurde mp3 letztlich zu dem was es heute ist:
Ein kulturelles Phänomen made in Germany.«

mp3 komprimiert und speichert Musik. Im Vergleich zum Original benötigt eine mp3-Datei nur rund 10 Prozent des Speicherplatzes. So kann Musik schnell über das Internet übertragen und auf mp3-Playern gespeichert werden. Ein moderner mp3-Player speichert je nach Speichergröße zwischen 2.000 und 200 000 Minuten Musik, das sind über 130 Tage ununterbrochene Musikwiedergabe. Die gesamte Sammlung eines Musikliebhabers passt so in ein Gerät nicht größer als eine Streichholzschachtel.

Dank MP3 wurde das Tauschen von Musik selbst mit den damaligen Internet-Geschwindigkeiten deutlich einfacher und weniger zeitaufwändig, blieb jedoch mangels legaler Angebote rechtlich bestenfalls in einer Grauzone.

Software-Player wie WinAmp, REAL-Player usw. ermöglichten das Abspielen der MP3-Dateien auf dem PC. Tragbare MP3-Player, die ohne mechanische Teile weder den von Kassetten bekannten Bandsalat erzeugen konnten, noch durch Erschütterungen wie CD-Player aus dem Takt zu bringen waren, schafften ihren Durchbruch in den Massenmarkt bis hin zu den Lebensmittelvermarktern Aldi, Lidl, Netto usw.

Noch ein paar Fakten:

mp3 ist Weltstandard und Visitenkarte im Ausland.
Die Bundesregierung warb anlässlich der EU-Ratspräsidentschaft
mit einer eigenen Serie von mp3-Playern für den Innovationsstandort Deutschland.

Die Lizenzerträge der Fraunhofer-Gesellschaft aus den
mp3-Patenten summieren sich jährlich auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag.

Die durch mp3 induzierten Steuereinnahmen summieren sich
für Bund und Länder auf jährlich mindestens 300 Millionen Euro.

Mindestens 9.000 Arbeitsplätze sind in Deutschland direkt bedingt
durch mp3, zum Beispiel im Handel oder bei Herstellern von mp3-Playern.

nach oben Mi, 14 Jul 2010 16:22:49 +0200-388

 

  Unsere "sicheren" Atomkraftwerke melden sich ...

... scheitern sie am "Sommer"?!?

100714atomkraftwerke-spiegelDeutschland stöhnt unter tropischen Temperaturen - und auch die Atomkraftwerke kämpfen mit den Folgen der Hitzewelle. Erwärmt sich das Kühlwasser aus Rhein, Neckar und Elbe noch weiter, droht am Wochenende die Zwangsabschaltung. Laut Umweltministerium ist die Lage "angespannt".

Die Hitzewelle in Deutschland wirkt sich auch auf Kohle- und Kernkraftwerke aus. Zahlreiche Anlagen könnten in den nächsten Tagen abgeschaltet werden, sollte sich das zur Kühlung benötigte Flusswasser auf mehr als 28 Grad erwärmen. Diese Schwelle könnte an Rhein und Neckar schon am Wochenende erreicht werden, sagte Baden-Württembergs Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) am Dienstag.

"Die Lage ist angespannt, aber noch nicht dramatisch", so Gönner. Die Situation könne sich aber schon in den nächsten Tagen weiter zuspitzen. Ein Zusammenbruch des Stromversorgung drohe aber nicht, so Gönner. Im Ernstfall könne "schnell eine sachgerechte Abwägung zwischen ökologischen Belangen und sicherer Energieversorgung getroffen werden".

Die Energieversorger müssen ab einer Wassertemperatur von 28 Grad ihre Kohle- und Kernkraftwerke vom Netz nehmen. Die Anlagen entnehmen den Flüssen Kühlwasser und leiten es aufgeheizt wieder zurück. Dadurch droht sich die Temperatur noch weiter zu erhöhen, was zu einem Fischsterben wegen Sauerstoffmangel führen könnte.

Das AKW Unterweser läuft wegen der Hitze zurzeit mit deutlich weniger Leistung. Das Kraftwerk in Stadland sei seit Dienstag von 1345 auf 550 Megawatt gedrosselt, sagte ein Sprecher von E.on Energie in München. "Das ist bei diesen Witterungsbedingungen nicht ungewöhnlich." Wie lange die Drosselung andauern wird, sei zurzeit unklar.

Auch die Anlage in Brokdorf (Schleswig-Holstein) musste seine Leistung wegen der erhöhten Flusstemperatur am Montag bereits für drei Stunden um 50 Megawatt oder rund vier Prozent reduzieren, bestätigten Betreiber E.on und das Justizministerium in Kiel. "Der Betrieb läuft inzwischen wieder normal", sagte ein Ministeriumssprecher.

Auch beim Versorger EnBW aus Baden-Württemberg laufen die Atom- und Kohlekraftwerke bislang regulär, sagte ein Sprecher. Die vier an Rhein und Neckar gelegenen Atomkraftwerke sowie einige Kohlekraftwerke könnten die Kühlung aber im Ernstfall komplett auf Kreislaufbetrieb umstellen. Damit würde kein warmes Wasser mehr in die Flüsse fließen. Auch bei Wassertemperaturen über 28 Grad könne zur Sicherung der Stromversorgung für die meisten Kraftwerke der Weiterbetrieb beantragt werden.

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nach oben Mi, 14 Jul 2010 11:45:50 +0200-387

 

  Nur eine Stimme gegen das Burkaverbot

Ab 2011 soll das Verhüllen des Gesichtes mit empfindlichen Geldstrafen geahndet werden, beschließt die Nationalversammlung.

100714burka-weltDie französische Nationalversammlung hat am Dienstagnachmittag mit großer Mehrheit ein Verbot des Ganzkörperschleiers im öffentlichen Raum beschlossen. Der Entscheidung waren monatelange Expertenanhörungen und teilweise heftige Debatten vorausgegangen, denen am Ende jedoch ein wenig die Luft ausgegangen war. Es schien sich Ansicht durchgesetzt zu haben, dass das Phänomen weitaus niedrigere Zuwachsraten hat als zunächst befürchtet.
Für ein Verbot der „Burka“ oder des „Nikab“ stimmten schließlich 336 Abgeordnete, darunter die Mitglieder der Regierungsmehrheit und 20 Abgeordnete der Linken. Es gab eine Gegenstimme.

Sozialisten, Kommunisten und Grüne hatten sich zu großen Teilen enthalten, obwohl die meisten Abgeordneten der Opposition ebenfalls gegen die Vollverschleierung sind. Die PS begründet ihre Enthaltung mit der Befürchtung, der Verfassungsrat könnte das Gesetz noch kippen. Dies, so ein PS-Sprecher, wäre „ein unschätzbares Geschenk für die Islamisten, die wir alle bekämpfen.“ Der Grünen-Abgeordnete François de Rugy kritisierte, es handele sich um „ein Schau-Gesetz mit dem man lediglich Öl ins Feuer gießt.“ Die Regierung nähme in Kauf Spannungen zu verschärfen, nur um Wählerstimmen am rechten Rand zu gewinnen.

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nach oben Mi, 14 Jul 2010 01:28:33 +0200-386

 

  Echter Kundendienst - Seit zwei Jahren Fernseh-Empfang gestört

Echter Kundendienst!
Der Kunde bleibt wie heute häufig auf der Strecke,
Hauptsache er bezahlt und verhält sich ruhig!


DER FALL: Ist das ärgerlich. Seit zwei Jahren kann Salim Sensoy (37) wegen dauernder Störungen nicht ordentlich fernsehen. Jetzt reicht's ihm.

Der Angestellte aus Berlin will endlich anständig in die TV-Röhre schauen: „Neben meinem Kabelanschluss habe ich zusätzlich ein Digital-Paket bei Kabel Deutschland abonniert. Allerdings habe ich seit cirka zwei Jahren einen gestörten Empfang im Haus. Dadurch ist es unmöglich, das Digital-Paket zu empfangen.“

Zum Digital-Paket gehört auch eine Smartcard, eine Plastikkarte, die man in den Receiver steckt. Die Smartcard dient als „Zugangskarte“ und hat die vom Kunden gebuchten Produkte gespeichert. Sie entschlüsselt die digitalen TV-Signale und ermöglicht den Zugriff auf die gebuchten Programmpakete und -inhalte.

Die Störung hat Salim Sensoy gemeldet. Leider ohne Erfolg. Auch viele Telefonate mit dem Anbieter haben nicht geholfen. Sensoy: „Immer wieder wurde mir gesagt, für die Störung ist die Hausverwaltung verantwortlich. Natürlich habe ich dem Vermieter auch die Störung gemeldet. Wieder ist nichts passiert. Deshalb habe ich das Digital-Paket fristlos gekündigt.“

Trotzdem wurde weiter Geld von seinem Konto abgebucht. „Das habe ich mir zurück geholt. Nun ist es soweit, dass ich Post von einem Inkasso-Büro bekomme. Ich will das Geld aber nicht bezahlen, da ich die Leistung nicht bekommen habe. Ich will nur noch von dieser Firma in Ruhe gelassen werden!“

„BILD kämpft für Sie!“ schaltete sich ein. Magdalena Palewicz, Pressereferentin Kabel Deutschland GmbH, erklärte BILD, dass das Empfangsproblem an der Hausverkabelung läge. Instandsetzungsmaßnahmen und Qualitätssicherung sind Vermietersache. Aber: „Aus einer besonderen Kulanz und weil wir den Schaden der Hausverkabelung nachvollziehen können, haben wir uns entschlossen die offene Forderung vom Inkasso zurück zu holen und die Entgelte auszubuchen.“

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Anmerkung der Redaktion:
"Wie gnädig"! - Eine technische Hilfe, das verkaufte Produkt auch bis zum "Kunden" zu bringen, wäre dass, was man gemein als "Kundendienst" versteht - ist es ein "Fremdwort" für Kabel Deutschland?
Wurde die Leitung bei Herrn Sensoy von Kabel Deutschland überprüft?
Wieviele Kontakte gab es in den zwei Jahren zwischen Kabel Deutschland und der betreffenden Hausverwaltung - die auch Kunde von Kabel Deutschland ist?
Kabel Deutschland müsste doch ein Interesse haben, ihre Produkte an "ihre Kunden" zu verkaufen - oder?
Es ist doch bezeichnend, dass die Pressestelle von Kabel Deutschland den "ramponierten Ruf" wieder etwas herzustellen versucht, wo die "technischen Abteilungen" von Kabel Deutschland offensichtlich auf der ganzen Linie versagt haben und es offensichtlich auch immer noch tun!

Die bisherigen "Reaktionen" dienen maximal der Vorbeugung vor einer möglichen "Betrugsversuchsanzeige".
Kundendienst wäre: Kabel Deutschland stellt in Verbindung mit der Hausverwaltung einen einwandfreien Kabelanschluss her und erlässt dem gestressten Kunden wenigstens zwei Jahre die Kabel Deutschland Gebühren.

nach oben Mi, 14 Jul 2010 01:22:37 +0200-385

 

  Berlin - Stadt der Abwesenheit

Berlin scheint zu träumen: Wann aber wacht es auf? Besuch an einem beunruhigenden Ort, der gern der erste wäre, der aus der Geschichte heraustritt, die Tür hinter sich zumacht und weggeht.

100713berlin-fazÜber nichts staunt ein gewisser Amerikaner bei seinem ersten Besuch in Berlin so sehr wie über die Sanftmut der Stadt.Es fehlt die aufgeblasene Intensität, die man von der Hauptstadt einer großen und reichen Nation erwartet. Die Stadt wirkt bescheiden; nie ist sie überheblich. Manchmal scheint sie regelrecht gedankenverloren, fast, als träumte sie. In gewisser Hinsicht ist das nicht anders zu erwarten in der Hauptstadt einer Nation, die man einst als „Volk der Dichter und Denker“ rühmte, in einer Stadt mit Berlins traditioneller Kultur, Weltoffenheit und geistiger Unabhängigkeit.

Und so ist es vielleicht gar keine Überraschung, dass der umgebaute Reichstag eher wie ein Freizeitpark als wie ein Zentrum staatlicher Macht wirkt; dass das innerstädtische Flussufer so lässig und still daliegt; dass die enormen neuen Regierungsgebäude eher elegant als imposant wirken; dass ein großartiges Museum wie die Gemäldegalerie im Pflaster versinken und sich verstecken möchte (und ihre Unsichtbarkeitskampagne hat Erfolg: ein junger Fahrer, der uns die Stadt zeigte, hatte noch nie von ihr gehört). Die Stadt hat kein Zentrum. Ihr emotionaler Puls schlägt langsamer als der von London, Paris oder New York, und ihre Einwohner sind weniger überzeugt davon, dass sie der absolute Mittelpunkt des Universums sind. Als bedeutendes kulturelles Zentrum ist Berlin gleichwertig; aber es ist nicht so eingebildet, nicht so demonstrativ wohlhabend, nicht so anstrengend.

Die Sanftmut eines mächtigen Geschöpfs

An einem Abend hatte ich (dank der Großzügigkeit der American Academy, die mich nach Deutschland eingeladen hat) das Privileg, die Berliner Philharmoniker Brahms spielen zu hören. In den großen Musikstädten fällt es einem normalerweise schwer zu entscheiden, ob es das Publikum oder das Orchester ist, das sich hier mit mehr Aufwand präsentiert, aber dieser Abend hatte die ruhige Ernsthaftigkeit eines Musikschulkonzerts. Trotzdem drang das Orchester mit einer fast schon sexuellen Inbrunst in die Musik ein, und auf wunderbare Weise ließ der einzigartige Konzertsaal Zuhörer und Orchester zu einem einzigen musikalischen Geist verschmelzen. Es war ein bewegendes Erlebnis, das ich nicht vergessen werde.

Auch Berlins sanfte Besinnlichkeit ist bewegend, wie Sanftmut eigentlich immer bei einem mächtigen Geschöpf. Während meines kurzen Besuchs lernte ich einen Taxifahrer kennen, der sich als Fachmann für Zierpflanzen entpuppte und gerne ausführlich über Rittersporn fachsimpelte; dann eine liebenswürdige und gebildete junge Geschäftsfrau, die einen Sonntagnachmittag damit verbrachte, sinnierend auf dem riesigen Feld des ehemaligen Flughafens Tempelhof herumzuwandern; und eine Geschäftsfrau, die mit leiser Stimme die Tatsache bejubelte, dass junge Berliner während der WM die Landesfarben zur Schau stellten, gerade so wie die Einwohner anderer Nationen, als schämten sie sich nicht dafür, Deutsche zu sein.

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nach oben Di, 13 Jul 2010 17:13:20 +0200-384

 

  Tornado an der Nordsee - Tote und große Schäden

Unwetter tobt über Helgoland
Elf Verletzte, Campingplatz verwüstet - Frau in Nordhorn von Baum erschlagen - Mehrere Bahnstrecken gesperrt - Kran im Hafen Leer auf Schiff gestürzt

Helgoland - Ein Tornado ist am Montag über die Helgoländer Düne gerast und hat große Schäden angerichtet. Elf Menschen wurden verletzt, teilte der Kreisfeuerwehrverband Pinneberg mit. Rettungskräfte von Deutschlands einziger Hochseeinsel waren am Nachmittag stundenlang im Einsatz. Die Hauptinsel blieb verschont. Bürgermeister Frank Botter löste zunächst den Katastrophenfall aus und forderte Hilfe vom Festland an. Diese musste dann aber nicht in Anspruch genommen werden, sagte Tourismusdirektor Klaus Furtmeier. "Die örtlichen Rettungskräfte haben alles im Griff."

Der Campingplatz auf der Düne wurde fast komplett verwüstet. Auf dem kleinen Flugplatz der Badeinsel, die dem Hauptfelsen vorgelagert ist, kippte eine Propellermaschine um. "Wir müssen jetzt erst mal alle Menschen von der Düne runterholen", sagte der Tourismusdirektor. Die Betroffenen kamen vorübergehend in der Helgoländer Schule unter.

Rentner Wilfried Richters erlebte die Windhose auf dem weitgehend zerstörten Campingplatz. "So etwas habe ich noch nicht erlebt", sagte der 63-Jährige zur Geschwindigkeit, mit der das Unwetter in einer schwarzen Wand gegen 15.30 Uhr herangerast war. Rechtzeitig vorher hatte der Platzwart vor der aufziehenden Front gewarnt. "Da kann man dann als Camper nur abwarten", sagte er am Telefon.

Der Tornado sei dann von Südwesten über den Platz gerast und habe in seiner Schneise etwa 80 bis 85 Prozent der rund 100 Zelte "plattgemacht". Die Verletzten habe es seiner Kenntnis nach am Südstrand durch umstürzende Strandkörbe gegeben. "Einige standen unter Schock."

Da im Sommer immer die Feuerwehr und ein Arzt auf der Düne stationiert seien, waren die ersten Helfer sehr schnell bei den Verletzten, sagte Richters. Nach Feuerwehrangaben hatten die meisten Verletzten Knochenbrüche. Sie kamen in das kleine Inselkrankenhaus. Der Wirt des Dünenrestaurants, Lutz Hardersen, berichtete von Strandkörben, die 100 Meter weit durch die Luft gewirbelt und völlig zerstört wurden. "Es sieht aus wie nach einem Bombenangriff", sagte er.

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nach oben Di, 13 Jul 2010 14:13:44 +0200-383

 

  USA verbieten erneut Tiefseebohrungen

Besser spät als nie ...
Die Ölindustrie wehrt sich - hoffentlich vergeblich!


100713oel-golf-tagesschauDie US-Regierung geht angesichts der Ölpest im Golf von Mexiko mit einem neuen Moratorium gegen Tiefseebohrungen vor. Laut Innenminister Ken Salazar gilt das Verbot bis zum 30. November. Zudem sei es nicht mehr an eine bestimmte Gewässertiefe gebunden. Damit reagierte die US-Regierung auf die juristischen Niederlagen beim ersten Moratorium, gegen das 32 Öl-Unternehmen erfolgreich vor Gericht vorgegangen waren.

Salazar erklärte, die Bohrpause sei nötig, um sicherzustellen, dass Öl- und Gasfirmen Sicherheitsmaßnahmen zur Verringerung von Risiken umsetzten und auf mögliche Lecks vorbereitet seien. Er verwies darauf, dass es der Industrie nicht gelungen sei, die Ende April mit dem Untergang der Bohrplattform "Deepwater Horizon" ausgelöste Ölpest in den Griff zu bekommen.
Verbot gilt für alle Tiefsee-Bohrinseln

Vergangene Woche war US-Präsident Barack Obama vor einem Berufungsgericht in New Orleans mit seinem Plan gescheitert, einen Stopp für die Tiefseebohrungen ab einer Gewässertiefe von 152 Metern durchzusetzen. Bereits im Juni hatte ein Bundesgericht einen vom US-Präsidenten verhängten Öl-Bohrstopp per einstweiliger Verfügung aufgehoben. Die Richter bemängelten, der Schritt sei nicht ausreichend begründet. Das neue Moratorium gilt für jegliche Tiefsee-Bohrinseln.

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  Einheitliche Nummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst

Die einheitliche Nummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst kommt: Von kommenden Jahr an heißt es bundesweit 116 117. Die Idee dafür kam aus Brandenburg von der Kassenärztlichen Vereinigung (KVBB). Entsprechend stolz zeigte sich deren Vorsitzender Hans-Joachim Helmig am Dienstag: Innerhalb von fünf Jahren sei es gelungen, das Projekt auch mit Unterstützung der Europäischen Kommission umzusetzen.

Ab Januar 2011 sollen die Ärzte am Wochenende und in der Nacht in Deutschland über die einheitliche Nummer erreichbar sein, später sollen andere EU-Staaten folgen. Dafür laufen derzeit die technischen Vorbereitungen auf Hochtouren. Von Januar bis Mai gab es in Brandenburg einen Probelauf. Derzeit gibt es allein in Deutschland über 800 unterschiedliche Rufnummern.

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nach oben Di, 13 Jul 2010 13:58:17 +0200-381

 

  Thomas Cook schluckt Öger Tours

Der Reisekonzern Thomas Cook hat seinen Konkurrenten Öger Tours übernommen. Öger Tours ist der größte Veranstalter von Türkeireisen in Deutschland. Mit der Übernahme rückt Thomas Cook in der Rangfolge der größten Reiseveranstalter deutlich näher an Marktführer TUI heran.

Der Reisekonzern Thomas Cook stärkt mit einem 30- Millionen-Euro-Investment sein Geschäft im Boomland Türkei und übernimmt dazu den Hamburger Konkurrenten Öger Tours. Öger ist nach eigenen Angaben der größte deutsche Veranstalter von Türkeireisen. Firmengründer und Gesellschafter Vural Öger wechselt in den Aufsichtsrat von Thomas Cook, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.

Öger und der deutsche Branchenzweite Thomas Cook aus Oberursel hatten seit Monaten über einen Verkauf verhandelt, konnten sich aber zunächst nicht über den Preis einig werden. Vorher hatte Öger erfolglos versucht, sein Unternehmen an den russischen Milliardär Alexander Lebedew zu verkaufen.

Mit der Übernahme rückt Thomas Cook in der Rangfolge der größten Reiseveranstalter deutlich näher an Marktführer TUI heran. Die Stärkung des Türkeigeschäftes ist ein kluger Schachzug von Thomas Cook: Die Türkei kommt immer näher an das beliebteste Mittelmeerland Spanien als Reiseziel heran. Urlaub in der Türkei ist billiger als vergleichbare Angebote in Spanien. Die Flugzeit ist mit 3,5 Stunden nur eine Stunde länger als nach Spanien.

Thomas Cook kauft nur einen Teil der gesamten Unternehmensgruppe von Öger: das Geschäft mit Pauschalreisen. Bei Vural Öger bleiben Hotelbeteiligungen, Servicefirmen in der Türkei und Öger Türk Tours, die billige Flüge zwischen Deutschland und der Türkei organisiert.

Der jetzt verkaufte Pauschalreiseveranstalter Öger Tours hatte 2009 einen Verlust vor Steuern von fast 8 Millionen Euro eingefahren, wie Thomas Cook mitteilte. Der Umsatz lag mit 400.000 Passagieren bei 256 Millionen Euro. Thomas Cook erwartet Synergiegewinne von 8 Millionen Euro pro Jahr.

Zentrale bleibt in Hamburg

Die Marke Öger Tours und die Zentrale in Hamburg sollen „in vollem Umfang“ erhalten bleiben, wie Öger mitteilte. In Deutschland hat Öger 220 Mitarbeiter, in der Türkei zusätzliche 2.900. Vom Kauf betroffen sind 120 Mitarbeiter.

Im Kaufpreis von etwa 30 Millionen Euro sind Schulden enthalten sowie Dienstleistungen im Wert von 2,5 Millionen Euro, die Ögers türkische Beteiligungen erbringen sollen. Branchenkenner schätzen, dass ein einstelliger Millionenbetrag als Nettoerlös Vural Öger fließt. Die Übertragung soll nach einer Kartellprüfung bis September erfolgen.

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nach oben Di, 13 Jul 2010 00:17:17 +0200-380

 

  Bahn unter Druck

Hitzedrama betraf mehr Fernzüge als bekannt

100712ice-bahn-spiegelFahrgäste kollabierten, Schaffnerinnen waren den Tränen nahe: Am Wochenende hat es mehr Pannen mit Klimaanlagen der Bahn gegeben, als ihre Sprecher bisher eingeräumt haben. Der Fahrgastverband wirft dem Konzern Unfähigkeit vor.

Berlin/Frankfurt am Main - Um bedauerliche Ausnahmen handele es sich, sagte die Bahn - und meinte damit die ausgefallenen Klimaanlagen in drei ICE-Zügen am Samstag.

Fahrgäste kollabierten, Schaffnerinnen waren den Tränen nahe: Am Wochenende hat es mehr Pannen mit Klimaanlagen der Bahn gegeben, als ihre Sprecher bisher eingeräumt haben. Der Fahrgastverband wirft dem Konzern Unfähigkeit vor.

Um bedauerliche Ausnahmen handele es sich, sagte die Bahn - und meinte damit die ausgefallenen Klimaanlagen in drei ICE-Zügen am Samstag.

Die Züge hatten sich auf mehr als 50 Grad aufgeheizt, Menschen dehydrierten, brachen zusammen, eine Schwangere versucht die Scheibe einzuschlagen.Tatsächlich scheint es sich nicht um wenige Ausnahmen zu handeln - denn jetzt gibt es Berichte, wonach noch in weiteren Zügen die Klimaanlagen defekt gewesen sein sollen: Nach Informationen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" habe am Sonntag beispielsweise in Teilen des IC 2307 von Hamburg in Richtung Ruhrgebiet die Kühlung nicht funktioniert, berichtet das Blatt.

Reisende durften in die erste Klasse wechseln und erhielten Getränke. Der überhitzte 12.36-Uhr-IC von Berlin via Osnabrück nach Amsterdam sei in Stendal mit einem Lokschaden liegengeblieben. Als für den IC ein Ersatzzug kam, sei dieser ebenfalls nicht klimatisiert gewesen. Reisende berichteten der Zeitung von Wutausbrüchen von Fahrgästen und von Schaffnerinnen, die den Tränen nahe waren. Eine Dehydrierte musste aus dem Zug geführt werden. Die Bahn habe am Bahnsteig keine Getränke angeboten.
Am Samstag hatten Rettungskräfte einen ICE in Bielefeld evakuiert, in dem um die 50 Grad Celsius herrschten. Zwei weitere Pannen vom Samstag wurden darüber hinaus bekannt. Die Bahn räumte technische Probleme ein. Bahn-Sprecher Jürgen Kornmann sprach von insgesamt drei ICE-Zügen von Berlin Richtung Köln, die am Samstag in Hannover oder Bielefeld wegen Überhitzung aus dem Verkehr gezogen wurden.

Bahnchef Rüdiger Grube entschuldigte sich am Sonntag telefonisch bei Reisenden und drückte sein Bedauern aus.

Scharfe Kritik an der Bahn äußert nach den Ausfällen der Klimaanlagen der Fahrgastverband Pro Bahn. Deren Vorsitzender Hartmut Buyken, sagte dem Radiosender hr info, er sehe einen Systemfehler als Ursache. "Die Deutsche Bahn hat an der falschen Stelle gespart", sagte Buyken. Die Technik ihrer Vorzeigezüge sei nicht auf Sicherheit ausgelegt, sondern auf Kostenminimierung. Dabei würden Ausfälle billigend in Kauf genommen. Das führe auch dazu, dass sich der ICE international schlechter verkaufe als das französische Konkurrenzprodukt TGV.

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Verspätungen immer fein säuberlich dokumentieren

Der Urlaub hat begonnen und Zug oder Flugzeug kommen nicht? Je länger der Intercity auf sich warten lässt oder die Maschine verspätet ist, desto wütender wird man. Dazu die Hilflosigkeit. Und irgendwann Fragen: Bekomme ich mein Geld zurück? Und was muss ich dafür tun? Die scheckkartengroße Karte "Reise-Recht" des Bundesverbraucherministeriums (www.bmelv.de) gibt einen Überblick - wenn auch nur grob.

Bahnreisende bekommen bei einer Verspätung von einer Stunde 25 Prozent, bei zwei Stunden 50 Prozent des Fahrpreises erstattet. Ist der letzte Zug des Tages ausgefallen, kann sich der Kunde zwischen null und fünf Uhr auf Kosten der Bahn ein Taxi nehmen.

Den vollen Fahrpreis bekommt man nur zurück, wenn bereits vor Reiseantritt feststeht, dass der Zug mindestens eine Stunde Verspätung haben wird. Alternativ kann der Fahrgast einen späteren Zug nehmen. Und wer die Reise wegen Verspätungen nicht mehr am selben Tag beenden kann, bekommt eine Hotelübernachtung erstattet.

Weitergehende Fragen beantwortet die Karte jedoch nicht: Wo mache ich meinen Anspruch geltend? Und wie lange habe ich dafür Zeit? Auch Verbraucherschützer sehen hier Handlungsbedarf. "Adressen von Kundenservice und Schlichtungsstelle müssten auf so einer Ratgeber-Karte schon draufstehen", sagt Karl-Peter Naumann, Vorstand des Fahrgastverbands Pro-Bahn.

Wichtig zu wissen: Fahrgäste müssen sich die Verspätung immer schriftlich bestätigen lassen. Wer bereits in einem verspäteten Zug sitzt, sollte den Zugbegleiter aufsuchen. Der vermerkt auf dem Ticket, dass die Kosten erstattet werden. Wenn der Kunde bereits auf dem Bahnsteig von einer Verspätung erfährt, muss er sich diese im Bahn-Reisezentrum bescheinigen lassen.

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Defekte Klimaanlagen im ICE
Bahnchef Grube will Hitzeopfer entschädigen


Bahnchef Rüdiger Grube hat sich persönlich bei der Schulleiterin für defekte Klimaanlagen in einem ICE entschuldigt. Wegen der extremen Temperaturen waren mehrere Schüler in dem Zug zusammengebrochen. Die Bahn möchte die Hitzeopfer für die Unannehmlichkeiten entschädigen.

Der Vorstandsvorsitzende habe am Sonntag zweimal mit der Schulleiterin Margret Peters und einmal mit einer der begleitenden Lehrerinnen telefoniert, um sich über die Details aus erster Hand zu informieren, sagte Bahn-Konzernsprecher Oliver Schumacher. "Herr Grube hat sich ausdrücklich entschuldigt und bedauert die Vorfälle sehr", sagte der Sprecher. An diesem Montag wolle er sich auch noch persönlich bei den vier Schülerinnen melden, die ins Krankenhaus gebracht werden mussten.

Am Samstag waren mehrere Schüler des St.-Bernhard-Gymnasiums im rheinländischen Willich in einem überhitzten ICE von Berlin Richtung Köln zusammengebrochen, nachdem die Klimaanlage ausgefallen war. Sie waren auf dem Rückweg von einer Klassenfahrt nach Berlin. 27 dehydrierte Schüler mussten medizinisch versorgt werden. Fahrgäste berichteten von Temperaturen von gefühlt über 50 Grad.

Die Deutsche Bahn bedauerte die Hitzeprobleme in ihren Zügen und bot den Betroffenen eine Entschädigung an. "Leider haben einzelne Fahrgäste durch die bedauernswerte Verkettung unglücklicher Umstände auch gesundheitliche Beeinträchtigungen erlitten. Dafür möchten wir uns ausdrücklich entschuldigen", erklärte Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn, am Sonntag. "Wir wollen diese Kunden für die erlittenen Unannehmlichkeiten entschädigen und bitten sie, sich bei uns zu melden."

Drei ICE betroffen

Die Bahn entschuldigte sich für die teilweise "erheblichen Unannehmlichkeiten" für rund tausend Fahrgäste durch den hitzebedingten Ausfall von drei ICE-Zügen am Samstag. Aufgrund "der extremen Außentemperaturen und des hohen Fahrgastaufkommens" seien in drei ICE-Zügen auf dem Weg von Berlin nach Köln/Düsseldorf die Klimaanlagen ausgefallen, hieß es in der Pressemitteilung. Das Bordpersonal habe daraufhin in Absprache mit der Betriebszentrale die Züge in Hannover beziehungsweise in Bielefeld gestoppt.

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nach oben Mo, 12 Jul 2010 11:24:28 +0200-379

 

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nach oben Mo, 12 Jul 2010 08:08:08 +0200

Fußball-WM wm-pokal
Nachrichten Spielplan
100711spanien-wm-gewinner-sportschau
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Spanien gewinnt die Fußballweltmeisterschaft

 

  Stressbedingte Ausfälle im Beruf

Studie über Fehlzeiten
Welche Jobs krank machen


100710stress-spiegelMüllmänner fehlen fast sechs Wochen pro Jahr wegen Krankheit, das ist deutscher Rekord. Auch in anderen Berufen steigt laut einer AOK-Studie die Zahl der stressbedingten Ausfälle. Nur Hochschullehrer und Ingenieure haben kaum Fehlzeiten - SPIEGEL ONLINE zeigt, welche Jobs krank machen.

Hamburg - Die Deutschen haben Rücken. Das Leiden von Hape Kerkelings Kunstfigur Horst Schlämmer ist mit Abstand der Krankheitsgrund Nummer eins. In allen Berufsgruppen fehlen die Beschäftigten am häufigsten wegen Problemen mit Muskulatur und Skelett. Das hat eine Untersuchung der AOK ergeben, die Krankenkasse hat für ihren jährlichen Bericht die Fehlzeiten ihrer 9,7 Millionen Versicherten ausgewertet.

Zugenommen haben in den vergangenen Jahren aber vor allem die psychischen Erkrankungen, sagt Helmut Schröder, Herausgeber der Studie. Sie sind mittlerweile für 8,6 Prozent der Fehlzeiten verantwortlich - Platz vier der wichtigsten Krankheiten. Zudem fallen Arbeitnehmer bei stressbedingten Erkrankungen die längste Zeit am Stück aus: "Bei einer Atemwegserkrankung fehlt ein Beschäftigter im Schnitt 6,5 Tage, bei einer psychischen Erkrankung sind es fast 23 Tage", erläutert Schröder.

Die "Zeit" widmet dem Thema Burn-out in dieser Woche ihre Titelgeschichte. Kopfschmerzen, Magen-Darm-Störungen, erhöhter Blutdruck, Herzrasen und Schweißausbrüche gehören demnach zu den ersten Warnzeichen. Typisch seien auch "erhöhter Konsum von Nikotin, Alkohol und Rauschmitteln, Missbrauch von Beruhigungs- und Aufputschmitteln". Wer die Symptome ignoriert, dem drohe der seelische Zusammenbruch, "die Kranken verlieren die Kontrolle über ihr Leben", schreibt die "Zeit".

Doch trotz zunehmender psychischer Erkrankungen - die meisten Krankheitstage fallen immer noch bei körperlich anstrengenden Berufen an. Straßenreiniger und Müllmänner fehlten laut AOK 2009 im Schnitt 28,8 Tage. Es folgen Waldarbeiter und Krankenpflegehelfer mit rund 25 Tagen. Auch Jobs im Baugewerbe liegen deutlich über dem AOK-Durchschnitt von 17,3 Tagen.

In dieser Branche wie auch in der Land- und Forstwirtschaft gibt es überdurchschnittlich viele Fehlzeiten wegen Verletzungen sowie Leiden an Muskulatur und Skelett. In der Dienstleistungs- und Verwaltungsbranche sind dagegen psychische Erkrankungen überrepräsentiert. Die wenigsten Fehlzeiten haben Hochschullehrer (4,9 Tage) und Ingenieure des Maschinen- und Fahrzeugbaus (6,3 Tage).

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nach oben Sa, 10 Jul 2010 13:08:51 +0200-378

 

  Mehr Geld für Elite-Studenten - aber nicht für Bafög

Mehr Geld für Elite-Studenten - aber nicht für Bafög

Deutschlands Elite-Studenten erhalten künftig Stipendien - die rund 800.000 Bafög-Empfänger müssen aber länger auf die geplante Erhöhung warten.

Der Bundesrat ließ am Freitag nach einem Entgegenkommen des Bundes das Stipendienprogramm für besonders gute Studenten passieren. Das zweite zentrale Bildungsprojekt der Bundesregierung, die Erhöhung der Bafög-Sätze, muss in den Vermittlungsausschuss. "Damit ist zumindest der Einstieg in eine neue Förderung gelungen, die in anderen wichtigen Forschungsnationen längst existiert", sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan nach der Entscheidung.

Das Stipendienprogramm sieht vor, rund vier Prozent der besten Studenten bis zu 300 Euro monatlich zu fördern. Die Bundesregierung konnte sich die Zustimmung der Länderkammer nur sichern, weil der Bund auch den eigentlich vorgesehenen Länderanteil von rund 80 Millionen Euro übernimmt. Die Bundesländer tragen lediglich die Verwaltungskosten, entscheiden aber gemeinsam mit Bund und der Wirtschaft über die Verteilung der Mittel. Noch am Donnerstag hatte der Bundesrat gedroht, beide Projekte in den Vermittlungsausschuss zu schicken.

Die Einigung war am Donnerstagabend im Gespräch der Bundeskanzlerin Angela Merkel und Schavan mit den Ministerpräsidenten der Union erreicht worden. Der Kanzlerin war es wichtig, zumindest eines ihrer Bildungsprojekte noch vor der Sommerpause beschlossen zu bekommen.

BAFÖG-FÖRDERUNG KOMMT SPÄTER

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nach oben Sa, 10 Jul 2010 12:54:57 +0200-377

 

  Der "Sichere Personalausweis" und seine Fälschungen!

Den Ausweis gibt es noch nicht, aber schon Hinweise, wie leicht der "Sichere Ausweis" gefälscht werden kann! Also wundern Sie sich nicht, wenn Sie quasi "persönlich bestätigte Bestellungen" erhalten, die eindeutig von "Ihnen" mit  (dem gefälschten Ausweis) bestätigt wurden!

Die IT-Sicherheitsfirma media transfer AG nimmt erste Identitätsserver in Betrieb, mit welchen ab November 2010 die neuen elektronischen Personalausweise in Deutschland verwaltet werden sollen.
Ab November ist es soweit: Die alten Personalausweise werden von elektronischen, scheckkartengroßen Ausweisen abgelöst. Diese neue Generation von Dokumenten soll mit einer größeren Sicherheit sowie einem größerem Maß an Komfort einhergehen.

Auf dem Pass sind alle Informationen, die auf dem alten Ausweis schriftlich vermerkt waren, auf einem kleinen integrierten Chip gespeichert. Zudem wird auch ein Bild sowie biometrische Informationen des Besitzers in der Karte integriert sein. Freiwillige können überdies auch ihre Zeigefingerabdrücke im Personalausweis speichern lassen.

Durch diese Änderung werden Grenzkontrollen zukünftig schneller vonstattengehen können, da ein Computer automatisch das Bild auf dem Ausweis mit dem der betreffenden Person vergleicht. Des Weiteren soll auch das sogenannte E-Business auf diese Weise revolutioniert werden: Onlineeinkäufe, Altersüberprüfugen und so weiter sollen so laut Bund wirtschaftlicher und schneller abgehandelt werden. Hierfür benötigt der Bürger allerdings ein spezielles Kartenlesegerät, das Daten vom Ausweis ins Internet überträgt. Allerdings wird es nicht jeder Website erlaubt sein die Personalien eines Nutzers abzufragen. Hierfür wird ein Zertifikat, das vom Bund vergeben wird, benötigt. Um mehr Sicherheit zu gewährleisten, wird der Nutzer zur Eingabe einer sechstelligen PIN-Nummer aufgefordert, bevor die Daten übertragen werden.
Zum neuen Ausweis gibt es allerdings nicht nur positive Stimmen: Zwar gilt die Verschlüsselung der Daten auf dem Chip nach eigenen Angaben der Verantwortlichen als sehr sicher, allerdings wurde dies vom elektronischen Reisepass auch behauptet, dessen Schutz innerhalb kürzester Zeit geknackt war. Ist der Schutz erst einmal ausgehebelt, so könnte sich ein Verbrecher eine weitere Schwäche des Passes zunutze machen: Der zur Speicherung verwendete RFID-Chip ist nicht nur auf kurze Distanz lesbar, sondern die Daten wären auch auf eine Entfernung von etwa 2 Metern noch empfangbar. So würde es reichen, durch eine Menschenmenge zu laufen, um zahlreiche Datensätze zu stehlen. Diese könnten dann auf einen anderen Chip übertragen werden, sodass man eine gefälschte Identität erlangt.

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nach oben Fr, 09 Jul 2010 11:44:38 +0200-376

 

  Erneut verdorbenes Rindfleisch im Umlauf

Nach Berichten des SWR ist verkeimtes Rindfleisch umetikettiert und zum Verkauf angeboten worden. Die Risikobewertung des Verbraucherschutzministeriums steht noch aus.

100709gammelfleisch-zeitVerdorbenes Rindfleisch ist in Deutschland illegal auf den Markt gelangt. Das haben Recherchen des SWR-Wissenschaftsmagazins Odysso ergeben. Der Keim heißt "Clostridium estertheticum" und ist mit herkömmlichen Lebensmitteluntersuchungen nicht nachzuweisen.

Noch ist unklar, ob von diesem speziellen Keim Gesundheitsgefahren ausgehen. Das Bundes-Verbraucherschutzministerium hat in Folge der SWR-Recherchen eine Risikobewertung in Auftrag gegeben. Die endgültigen Ergebnisse stehen noch aus. In einer ersten Einschätzung heißt es: "Sollte ein Verzehr stattfinden, so ist nach der Einschätzung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) das Risiko einer gesundheitlichen Beeinträchtigung für den Menschen als unwahrscheinlich anzusehen." Da aber viele Clostridien-Arten starke Gifte bilden, mahnt Fleischexperte Gareis, das Bakterium nicht zu unterschätzen.

Häufig wird Rindfleisch in Vakuumbeuteln mehrere Wochen gekühlt gelagert, um zu reifen. Unter diesen Bedingungen – ohne Sauerstoff und bei Kühlschranktemperaturen – gedeiht besagter Keim. Er zersetzt das Fleisch und bildet dabei Gase. Sie lassen die Vakuumverpackungen aufblähen. Durch die Zersetzung wird das Fleisch schleimig und entwickelt einen extremen Geruch: Gammelfleisch, das entsorgt werden muss. Oder besser gesagt: müsste. "Wir haben ganz klare Hinweise dafür, dass dieses Fleisch, das umverpackt und umettiketiert wird, wieder in den Verkehr gelangt", sagt der Mikrobiologe Manfred Gareis, Professor am Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel in Kulmbach.

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nach oben Fr, 09 Jul 2010 02:58:14 +0200-375

 

  BGH - Keine Versandkosten bei Widerruf einer Ware

Erfolg für die Verbraucherschützer beim Bundesgerichtshof: Das Widerrufs- und Rückgaberecht für Verbraucher wurde gestärkt. Das oberste deutsche Gericht entschied am Mittwoch, dass ein Versandhändler Kunden nicht mit den Versandkosten für die Hinsendung einer Ware belasten könne, wenn diese von ihrem Widerrufs- oder Rückgaberecht Gebrauch machten (Urteil vom 7. Juli 2010 – VIII ZR 268/07). Eine Entscheidung zugunsten der Verbraucher hatte sich schon zuvor angedeutet.

EuGH: Nationales Recht widerspricht EU-Richtlinie

Bereits im April hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) vorab entschieden, nachdem der VIII. Zivilsenat des BGH ein Revisionsverfahren in dieser Frage ausgesetzt und sich zur Klärung der Rechtslage an die europäische Instanz gewandt hatte. Der EuGH erteilte Forderungen nach Zahlung von Hinsendekosten trotz Rücksendung bestellter Waren eine Absage (Urteil vom 15. April 2010 - Rs. C-511/08). Nationale gesetzliche Regelungen würden der europäischen Fernabsatz-Richtlinie 07/7/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Mai 1997 widersprechen. Diese regelt den Verbraucherschutz bei Verträgen im Fernabsatz. Der Richterspruch des EuGH ist für die nationalen Gerichte bindend.

Der Gang durch die juristischen Instanzen hatte für das von einem Verbraucherverband verklagte Versandhandelsunternehmen nach der Vorabentscheidung durch den EuGH denn auch keinen Erfolg. Bereits vor dem Spruch des BGH hatte das Landgericht und das Oberlandesgericht Karlsruhe den Verbraucherschützern Recht gegeben. Das beklagte Unternehmen hatte seinen Kunden pauschal 4,95 Euro pro Bestellung für die Zusendung der Ware in Rechnung gestellt. Die Verbraucherschützer hatten gefordert, dass der Händler seinen Kunden diese Kosten bei einem Widerruf erstatten müsse. Der BGH legte nun den entsprechenden Paragraphen 346 Absatz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) in Verbindung mit den Paragraphen 312d und 354 dahin aus, dass dem Verbraucher nach Rücksendung der Ware eine Erstattung der Hinsendekosten zustehe. Damit hat das deutsche Gericht die Rechtslage entsprechend der europäischen Rechtsprechung umgesetzt.

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nach oben Do, 08 Jul 2010 13:42:34 +0200-374

 

  Nun zuckt er wieder - und das mit 16.000 Bits/s!

Alles ist flink wie ein Wiesel.
Die 16.000 stehen zwar nur auf dem Papier, real sind es nur knapp 12.000 laut Computer-Bild-DSL-Speed-Test, aber das ist eigentlich ok, der kleine Unterschied zwischen "Theorie und Praxis"!
Es ist schon etwas gewöhnungsbedürftig, alles was "gut" ist leuchtet bei Vodafone rot (in den Vodafone-Farben rot-weiß) und wenn etwas nicht in Ordnung ist leuchten die Kontroll-LED's blau bzw. violett - eben anders als man es vielleicht gewohnt ist. Die vier rechten LED's zeigen die Netz-, DSL-, Telefon- und WLAN-Funktion an - alles rot - alles gut! Mal sehen, was unser Klaus bei Vodafone für "Schwachstellen" aufstöbert. Bisher konnte ihn eigentlich kein Provider "richtig überzeugen" - vielleicht schafft es Vodafone.
Jetzt ist erst einmal alles "Neu" und schön, mal sehen, wie lange das so bleibt.

nach oben Mi, 07 Jul 2010 19:35:34 +0200-373

 

  Pressezensur in den USA
Fotos von ölverschmierten Vögeln sind verboten!

Die Küstenwache am Golf von Mexiko setzt eine Strafe in Höhe von 40.000 US-Dollar für alle Journalisten und Fotografen aus, die unmittelbar von der Ölkatastrophe berichten wollen. Wer näher als rund 20 Meter ans Geschehen will, braucht nun eine ausdrückliche Erlaubnis.
Offenbar gilt dort: Was nicht fotografiert werden soll, das nicht fotografiert werden darf. Niemand darf sich mehr ohne ausdrückliche Erlaubnis der Ölkatastrophe nähern. Georgianne Nienaber, eine Mitarbeiterin der Huffington Post, der BILD-Zeitung unter den US-amerikanischen Publikationen, wurde jetzt angezeigt, weil sie absichtlich an der Küste Fotos von verendenden Vögeln gemacht hat. Man wirft ihr eine „Class D Felony“ vor, eine Straftat von einer Schwere ähnlich einer Körperverletzung. Die maximale Höchststrafe liegt bei 250.000 US-Dollar und drei Jahren Freiheitsentzug. Getroffen hat es neben der Huffington Post, die aktuell 40.000 Dollar Strafe zahlen soll, aber auch die seriösere Presse. CNN hat in einer Sondersendung die fehlende Transparenz der Behörden kritisiert. Hatte man anfangs allen Journalisten freien Zugang versprochen, so hat man aktuell eine Kehrtwende durchgeführt. In der Sendung versucht der Sprecher klarzumachen, dass er kein Feind des Staates sei. Es geht ihm lediglich darum, direkt vom Ort des Geschehens zu berichten. Die neuen Zensurmaßnahmen der Behörden scheinen aber nur in eine Richtung zu gehen: Alle Fehler bei der Bekämpfung der Ölkatastrophe können so mit einfachsten Mitteln verdeckt werden. Wer nicht näher als 20 Meter (65 Feets) ans Geschehen darf, der kann kaum erkennen, was dort im Detail passiert. Diejenigen, die sich dagegen sträuben, werden ihr "Fehlverhalten" mit erheblichen Bußgeldern zu spüren bekommen. CNN berichtete, private Sicherheitsdienste sollen an der Küste sogar Wachen aufgestellt haben, um Journalisten abzuschrecken.

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nach oben Mo, 05 Jul 2010 09:35:25 +0200-372

 

  Die Kriminalisierung der "Normalbürger" nimmt Gesicht an!

In Berlin sorgte die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) mit der Ankündigung für Wirbel, den U-Bahnhof Kottbusser Tor zum Videomusterbahnhof umzurüsten und möglicherweise mit biometrisch ausgewerteten Kameras zu bestücken.

Die nach Umrüstung des "Videomusterbahnhofs" am Kottbusser Tor geplante Evaluation wird laut der Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage "in enger Abstimmung mit der Berliner Polizei" durchgeführt. Datenschutz und -sparsamkeit wird hier kleingeschrieben.

Rückwärts und vorwärts gerichtete Überwachung

In neuen Forschungsprojekten fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung die automatisierte Auswertung von Bildern aus Videoüberwachung und Datenbanken
Im Rahmen seiner "High-Tech-Strategie" bestückt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fünf Projekte zur intelligenten Auswertung von Bild- und Videodaten durch "Mustererkennung". Die Vorhaben sind Teil des Programms "Forschung für die zivile Sicherheit".

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nach oben Mo, 05 Jul 2010 09:29:58 +0200-371

 

  Russischer Weltallfrachter erreicht ISS erst im zweiten Anlauf

100705versorgungsschiffMoskau/Washington - Was als Routinemission geplant war, ist für die Raumfahrtnationen Russland und USA zu einer peinlichen Millionenpanne geworden. Das unbemannte russische Versorgungsschiff "Progress 38" flog etwa drei Kilometer an der Internationalen Raumstation ISS vorbei - statt wie geplant anzudocken. "Der Transporter hat nicht gestoppt", funkte der russische ISS-Kommandant Alexander Skworzow zur Erde.

Erst beim zweiten Versuch, rund 48 Stunden später, gelang der "Progress" mit rund 2,6 Tonnen Lebensmitteln, Kleidung und Ausrüstung an Bord das Andockmanöver. Die "Progress" hat planmäßig angekoppelt", teilte das russische Flugleitzentrum am Sonntag mit.

Die Nasa und die russischen Behörden hatten gleich nach dem gescheiterten Manöver am Freitagabend beschwichtigt. Eine Gefahr für die ISS sei das Schiff nicht gewesen, hieß es. Die drei russischen Kosmonauten sowie drei US-Astronauten an Bord der ISS seien nicht gefährdet gewesen, hieß es bei der Nasa. Auch der russische Partner, die Raumfahrtagentur Roskosmos, gab Entwarnung. Es handele sich keinesfalls um eine Notfallsituation, sagte Roskosmos-Vizechef Witali Dawydow.

Doch jede Mission verschlingt Millionen. Und klar ist: Die Technik hat versagt, der Autopilot setzte 25 Minuten vor dem geplanten Manöver plötzlich aus. Skworzow und seine Crew hatten keine Zeit zu reagieren und den Transporter mit einem manuellen Manöver anzudocken. Eine "unkontrollierte Rotation" hatte der ISS-Kommandeur ausgemacht.

TV-Signale störten das Andock-Manöver

Schuld waren Fernsehsignale. Ein TV-System für Skworzows Überwachungsmonitor beeinflusste den Autopiloten der "Progress". Das Raumschiff erhielt dadurch den Befehl, das Manöver abzubrechen. Beim zweiten Anlauf wurde das TV-System abgeschaltet. Diesmal klappte es - wieder hatte der Computer das Steuer der "Progress" übernommen. Der Raumtransporter, der am Mittwoch vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur gestartet war, wurde vom Boden aus in Position gebracht.

Die Panne am Freitagabend war nicht die erste. Erst Anfang Mai trat bei einem Schwesterschiff ein Navigationsfehler beim Andocken auf. Weil die Crew rasch handelte, ging alles glimpflich aus: Der damalige Kommandeur Oleg Kotow konnte das Versorgungsschiff manuell an die ISS andocken.

Der peinliche Zwischenfall kommt für Russen und Amerikaner gleichermaßen zur Unzeit. Die amerikanischen Space Shuttles werden Anfang 2011 ausgemustert - bis in einigen Jahren ein Nachfolgemodell existiert, sind die russischen Sojus-Kapseln das einzige Transportmittel auch für US-Astronauten. Deshalb will Moskau die Notlage der Nasa zu Geld machen und die Transportgebühren gewaltig erhöhen. Zweifel an der russischen Technik dürfen deshalb erst gar nicht aufkommen.

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Bildquelle: http://www.spiegel.de/

nach oben Mo, 05 Jul 2010 01:34:27 +0200-370

 

  Katrin Müller-Hohenstein - ohne Worte!

Mit wehenden Fahnen
Für die deutsche Elf läuft es derzeit rund bei der WM. Nicht so für ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein. Ihre Auftritte wirken nicht immer glücklich – zuletzt unterlief ihr ein Fahnen-Patzer.

100704hohenschein-focusEins vorweg: Live moderieren verlangt eine schnelle Auffassung, Schlagfertigkeit und viel Präsenz. Der WM-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein, die zusammen mit Oliver Kahn die WM für das ZDF begleitet, kann man diese Talente nicht grundsätzlich absprechen. Allerdings treten bei Live-Moderationen auch erbarmungslos Defizite zutage. Kleine Konzentrationsschwächen können schnell zu peinlichen Patzern werden. Müller-Hohensteins jüngster Fauxpas: Sie verwechselte Österreichs Nationalflagge mit der Fahne von Berlin.

Nach dem Deutschland-Sieg gegen Argentinien schwenkte die Kamera über das Meer von jubelnden Fans im Stadion von Kapstadt. Unter den zahlreichen Fahnen war auch ein rot-weiß-rotes Exemplar. „Oli, siehst du die Österreich-Fahne? Das ist ja interessant“, fragte Müller-Hohenstein. Ein peinlicher Irrtum. Schließlich hat auch Berlin eine rot-weiß-rote Flagge, allerdings mit einem großen, schwarzen Bären in der Mitte. Später entschuldigte sich die Sportmoderatorin: „Ich habe nur das Rot-weiß-rot gesehen. Ich wollte die österreichischen Zuschauer nicht kränken.“

Nur einen Tag zuvor hatte sich Müller-Hohenstein bereits für ihre Werbeaktion für das Molkereiunternehmen Weihenstephan entschuldigen müssen. „Das Engagement war ein Fehler, den ich bedaure“, sagte sie dem „ Spiegel“. „Es war nie meine Absicht zu werben. Ich beende die Arbeit als Schirmherrin des Beirats“, fügte sie hinzu. Der Internetauftritt des Molkereikonzerns weist die Sportmoderatorin als „Schirmherrin des Weihenstephan Qualitätsbeirats“ aus. In einem Imagefilm stellt sie leitenden Mitarbeitern der Molkerei Fragen über die Produktion und testet Milchprodukte. Der Haken daran: Müller-Hohensteins Agentur hatte verbreitet, Ex-Chefredakteur Nikolaus Brender habe ihr die jetzt umstrittene Tätigkeit einst erlaubt. Brender selbst erklärte dem „Spiegel“, seine Erlaubnis habe er nur „für die Mitwirkung bei einer unabhängigen Stiftung zur gesunden Ernährung von Kindern“ erteilt.

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Bildquelle: www.focus.de/

lesen Sie auch: Gefährlich entgleist

und ... "Ganz großer Käse"

nach oben So, 04 Jul 2010 12:49:02 +0200-369

 

  Für Freunde der Zahlen ... oder für Betroffene die zahlen ...

ARD: Kein Geldsegen durch GEZ-Haushaltsabgabe

Spätestens seit Anfang Juni steht nun endgültig fest, dass die bisherige geräteabhängige GEZ-Gebühr durch eine einheitliche Haushaltsabgabe ersetzt wird. Ab 2013 zahlt daher jede private Wohnungsgemeinschaft einheitlich 17,98 Euro pro Monat an die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten – unabhängig von der tatsächlichen Anzahl von Geräten und Personen. Nicht mehr möglich ist damit allerdings auch das Falsch- oder Nicht-Anmelden von Geräten und der daraus folgende "persönliche GEZ-Rabatt". Umstritten ist daher, ob die geplanten Änderungen zu Mehreinnahmen führen werden oder nicht. Laut ARD trifft eher letzteres zu: Man erwarte kein zusätzliches Plus, teilte die Sendeanstalt am Mittwoch mit.

Mehreinnahmen "völlig illusorisch"

Absolut unrealistisch findet der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust Berichte der letzten Wochen über einen deutlichen Anstieg des Gebühreneinnahmen. So hatte etwa "Bild" vorgerechnet, die Gesamtsumme würde trotz gleichbleibendem Monatsbetrag bei 40 Millionen zahlenden Haushalten im Vergleich zu 2008 um rund 1,4 Milliarden Euro ansteigen. Boudgoust hat hingegen keinerlei Verständnis für solche Zahlenspiele.

"Am Ende wird bestenfalls eine schwarze Null stehen", sagte der ARD-Chef. Angebliche Mehreinnahmen in Milliardenhöhe seien "völlig illusorisch". "Schon die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) würde dafür sorgen, dass zusätzliche Erträge wieder mit unserem Bedarf verrechnet werden", so Boudgoust weiter. Das neue Modell sichere zwar die Rundfunkfinanzierung bei veränderten technischen Bedingungen, ändere aber nichts am "harten Sparkurs" der ARD und ihrer Mitglieder.

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nach oben So, 04 Jul 2010 12:31:17 +0200-368

 

  Apfel mit Made

Apple gibt erstmals Fehler beim iPhone 4 zu

Das neue iPhone 4 ist tatsächlich mit einem Fehler behaftet. Das hat Apple nun zum ersten Mal in einem öffentlichen Brief zugegeben. Bereits kurz nach dem Verkaufsstart hatten Nutzer berichtet, dass sich der Mobilfunkempfang verschlechterte oder sogar unterbrochen wurde, wenn das Gerät auf eine bestimmte Weise in der Hand gehalten wurde. Vor allem Linkshänder verdecken die im Edelstahlrahmen eingebaute Antenne mit ihrem Handballen, so dass die im Display des Handys angezeigte Signalstärke stark abnimmt. Bislang konnte Apple diesen Fehler nicht erklären.
"Bei unserer Untersuchung waren wir erstaunt herauszufinden, dass die Formel falsch ist, mit der wir die Zahl der Balken für die Empfangsstärke berechnen", heißt es in dem Brief. In vielen Fällen würden zwei Balken zuviel angezeigt. Sollte der Empfang trotz Anzeige von fünf Balken stark zurückgehen, weil das iPhone in der linken Hand gehalten wird, habe sich der Nutzer mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Gebiet mit eingeschränktem Empfang befunden.
Apple betont in seinem Brief, dass jedes Handy Empfangsstärke verliert, wenn es angefasst wird. Nun will das Unternehmen in einigen Wochen eine kostenlose Software nachliefern, die diesen Fehler wieder ausmerzt und die Signalstärke realistisch wiedergibt.


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nach oben So, 04 Jul 2010 11:46:16 +0200-367

 

  Berliner Jugendrichterin tot

Obduktion bestätigt Suizid der Berliner Richterin

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Die prominente Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig ist tot.
Sie galt als pflichtbewusst und stark: Kirsten Heisig. An dem Tag, an sie verschwand, schickte sie letzte Buch-Korrekturen weg. War der Druck zu groß?

In Berlin herrscht Bestürzung. Die prominente Jugendrichterin Kirsten Heisig hat sich selbst getötet. Die Leiche der 48-Jährigen wurde am Samstag gegen 13.45 Uhr nach mehrtägiger Suche in einem Waldstück im Norden der Hauptstadt entdeckt. Der Suizid sei durch die Obduktion erwiesen, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Die Juristin ging im Kampf gegen Jugendkriminalität neue Wege. Sie hatte im Kampf gegen Jugendkriminalität das Neuköllner Modell initiiert und sich damit bundesweit einen Namen gemacht.

Der Tod der couragierten Frau wirft Fragen auf. Die Gründe liegen im Dunkeln. Wurde die Juristin Opfer ihres eigenen Erfolgs, war der Druck zu groß oder war die Mutter zweier Töchter einsam?

Nach einer Vermisstenmeldung hatten seit Mittwoch täglich rund 60 Polizisten bei brütender Hitze mit Suchhunden und Stöcken den Tegeler Forst ohne Erfolg durchkämmt. Dort wurde gesucht, weil das verlassene Auto der Richterin an einem Straßenrand im Ortsteil Heiligensee stand. Die erste Suche in der Nähe des Wagens, in dem persönliche Dinge wie ihr Ausweis aber kein Abschiedsbrief lagen, war in der Nacht zum Donnerstag gegen 3 Uhr abgebrochen worden. Die Wärmebildkamera eines Hubschraubers lieferte wegen der hohen Temperaturen keine brauchbaren Bilder.

Womöglich wurde ihre Leiche übersehen

Doch in dem Areal wurde die tote Richterin nun gefunden. In Justizkreisen hieß es, die gebürtige Rheinländerin habe sich an einem Baum erhängt. Möglich scheint, dass die Leiche bei der ersten nächtlichen Suche mit auf den Boden gerichteten Lampen übersehen wurde. Am Montag war die sportliche und superschlanke Frau, die als pflichtbewusst und zuverlässig galt, zuletzt gesehen worden. An dem Tag habe sie auch letzte Korrekturen für ihr Buch „Das Ende der Geduld“ übermittelt, sagte eine Sprecherin des Verlages Herder. Der Erfahrungsbericht sollte im September erscheinen.

Heisig war als Richterin am Amtsgericht Tiergarten für den Problembezirk Neukölln mit einem hohen Ausländeranteil zuständig. Sie hatte es satt, dass vor allem junge Straftäter erst Monate später vor ihr auf der Anklagebank saßen und sich nicht mehr erinnern konnten. Nach dem Neuköllner Modell folgt nun nach dem Delikt in einem beschleunigten Verfahren die Strafe auf dem Fuße. Es können vier Wochen Arrest verhängt werden, es werden Täter-Opfer-Gespräche angeordnet oder gemeinnützige Arbeit. Nur so gebe es noch die Chance auf Erziehung, hatte Heisig gesagt.

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Bildquelle: www.welt.de/

nach oben So, 04 Jul 2010 16:04:43 +0200-366a

 

  Tour de France: ARD und ZDF radeln mit

100703tour-derwesten
Ab heute rollen sie wieder. In Rotterdam startet das schwerste Radrennen der Welt. ARD und ZDF sitzen mit im Sattel. Doppelt so lang wie in den Vorjahren. Bis zum Ziel der Tour de France am 25. Juli in Paris wollen die Öffentlich-Rechtlichen täglich von 16 bis 17.30 Uhr von den 20 Etappen berichten. In drei Ausnahmefällen, wie zum Beispiel bei schweren Bergetappen zum Tourmalet, auch länger.

„Wir hatten die Übertragungszeit im letzten Jahr arg zusammengestutzt“, erläutert ZDF-Sprecher Thomas Stange. 2009, als ARD und ZDF eine Stunde aus Frankreich berichteten und etwa 30 Minuten Live-Bilder einspielten, hatten sich die Zuschauer abgemeldet. Mit einem Marktanteil unter zehn Prozent wurden die Quoten aus dem Jahr 2008 deutlich verfehlt.

Ausstieg vom Ausstieg

Nach den Dopingfällen Stefan Schumacher und Bernhard Kohl im Jahr 2008 hatte die ARD zunächst den Rückzug aus der Rundfahrt verkündet. „Der sportliche Wert der Tour des France hat sich aufgrund der gehäuften Dopingfälle und der daraus gewonnenen Erkenntnisse erheblich reduziert“, sagte der damalige ARD-Vorsitzende Fritz Raff.

Umsetzen ließ sich der Vorsatz allerdings nicht. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hat mit dem Tour-Veranstalter stellvertretend für die europäischen öffentlichen Sender einen Vertrag bis 2011 abgeschlossen. Diesem haben auch ARD und ZDF zugestimmt. Zahlen müssen sie also. Daher kam wahrscheinlich die Light-Ausgabe 2009 zustande: Bei Gesamtkosten von 20 Millionen Euro für drei Jahre und zwei Sender, wäre es dem Zuschauer kaum vermittelbar gewesen, dass man nicht überträgt.
Der Zuschauer kehrt 2010 zurück in die erste Reihe und sieht mit dem Zweiten mehr. Der Protest gegen einen auf Dopingaffären reduzierten Skandalsport scheint im Sande zu verlaufen. Schon vor dem heutigen Start schwebt der Vorwurf erneut über dem Peleton. Laut einem Bericht des Berliner Kuriers behauptet der 2006 wegen Dopings disqualifizierte Sieger Floyd Landis: „Die Spitzenfahrer spritzen sich nach jeder Etappe Epo.“ Die Gerüchte um Lance Armstrong, der in diesem Jahr zu seiner letzten Rundfahrt aufbricht, halten sich konstant.
Reine Verdächtigungen

„Das sind Verdächtigungen. Wir gehen davon aus, dass er nicht dopt“, sagt Thomas Stange. Was passiert, wenn aber erste Dopingsünder überführt werden, erklärt ARD-Sprecherin Swantje Wittstock: „Für diesen Fall sind derzeit keine programmlichen Änderungen geplant, sondern wir werden weiter objektiv und kritisch über die Ereignisse berichten.“

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nach oben Sa, 03 Jul 2010 19:15:23 +0200-365

 

  Eine neue Sendung bei n-tv - "4 gewinnt - das Meinungsmagazin"

Am 30. Juni startete n-tv eine Pilotsendung
"4 gewinnt - das Meinungsmagazin"
Titel: "Ich fühle mich herrlich unregiert" und nahm die aktuell laufende Bundespräsidentenwahl zum Anlaß. Eigentlich sollte die erste "Aufzeichnung" (Probe) um 17 Uhr beginnen - leider war zu diesem Zeitpunkt der Moderator Heiner Bremer noch bei der Live-Berichterstattung im Berliner Reichstag und berichtete von den Wahlversuchen für einen neuen Bundespräsidenten. Die "Damen" des TV Ticket Services beruhigten die wartenden Zuschauer inzwischen mit belegten Brötchen und Kuchen. Da auch der zweite Wahlgang des Bundespräsidenten nicht erfolgreich war und Heiner Bremer immer noch im Reichstagsgebäude moderierte, viel schließlich die Probe ganz aus und die "Profis" Else Buschheuer, Ingo Appelt, Sascha Lobo und nun endlich auch hastig Heiner Bremer konnten einmal mehr beweisen, dass Sie auch "Live" ein gutes Bild abgeben und so ging die Sendung dann um 17:30 "heiß" und ohne Probe auf den Sender. Alles war gut, alle waren zufrieden, (der Regisseur hoffentlich auch) und Heiner Bremer konnte sich wieder live dem "Bundestags-Zirkus" zuwenden. - In der Wahlpause mal rasch eine neue Fernsehsendung aus der Taufe gehoben.
Bei interesse, können Sie die komplette Sendung hier anschauen.

nach oben Fr, 02 Jul 2010 22:28:59 +0200-364

 

  Christian Wulff macht erste Stippvisite im Schloss Bellevue

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Durch diese Tür wird Wulff nun häufiger gehen
Schloss Bellevue
100701wulff-ntv
Christian Wulff
und Ehefrau Bettina
Lange gezittert und dann doch gewonnen. Nun steht dem Einzug ins Schloss Bellevue nichts mehr im Weg, und Christian Wulff sieht sich schon mal um.

Einen Tag nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten hat sich Christian Wulff zunächst inoffiziell seinen neuen Arbeitsplatz angeschaut. Er fuhr ins Schloss Bellevue, wo er an diesem Freitag offiziell seine Amtsgeschäfte aufnehmen wird. Mitarbeiter zeigten dem neuen Hausherren seine Arbeitsräume.

Der Bundespräsident hatte sich kurzfristig entschlossen, die Räumlichkeit zu besichtigen, in denen er künftig amtieren wird. Noch vor seiner Wahl hatte er gesagt, er werde in seinem Amtszimmer auch eine Spielecke für seinen zweijährigen Sohn Linus einrichten.

Der Bundespräsident wird mit seiner Familie in einer Dienstvilla in Berlin-Dahlem wohnen. Seit elf Jahren gibt es im Schloss Bellevue keine privaten Wohnräume mehr für die Präsidenten.

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Bildquelle: www.n-tv.de/

nach oben Do, 01 Jul 2010 15:06:28 +0200-363

 

 

Software spürt schlechte Gerätetreiber auf
Tool "DDT" findet Fehler und Absturzursachen

100701treibertest-pte
Computer-Innenleben: Haben diese Teile gute Treiber? (Foto: pixelio.de, Dieter Schütz)
Lausanne (pte/01.07.2010/06:00) -
Informatiker an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) haben eine Software entwickelt, die Treiber für Soundkarten, Laufwerke und andere Hardware am Computer auf Probleme überprüft. "Man sollte diesen Gerätetreibern nicht einfach trauen. Sie stecken voller Fehler", meint George Candea, Leiter des Dependable Systems Lab http://dslab.epfl.ch an der EPFL, im Gespräch mit pressetext. Das wirkt sich auf die Systemstabilität aus. Einer Experten-Schätzung zufolge sind Fehler in Gerätetreibern für 85 Prozent aller Windows-Abstürze verantwortlich.

Dafür verspricht das Tool "DDT" Abhilfe. "Im Gegensatz zu traditionellen Testmethoden erfordert DDT keinen Zugriff auf den Quellcode", betont Candea. Dennoch hat die Software in einem Test mit sechs Microsoft-zertifizierten Treibern 14 schwerwiegende neue Bugs zu Tage gefördert, berichten die Forscher in einem Fachbeitrag zur diesjährigen USENIX Annual Technical Conference http://www.usenix.org/events/atc10/.

Tests ohne Quellcode

Gerade bei Windows sind viele Treiber nicht quelloffen, sodass der Code selbst gar nicht zur Verfügung stünde und somit auch nicht analysiert werden kann. Daher setzten die EPFL-Forscher darauf, mit DDT das Verhalten von Gerätetreibern im Betrieb mit einer "Symbolic Execution" genannten Methode möglichst genau zu prüfen. Die meisten Tests erfolgen dabei in einer virtuellen Maschine. Mit dem Tool lassen sich dabei diverse Probleme von Speicherlecks über Schutzverletzungen bis hin zu Endlosschleifen aufspüren.

Um das Tool zu testen, haben die Forscher damit vier Netzwerk- und zwei Soundkartentreiber untersucht, die allesamt Microsoft-zertifiziert sind. In jedem einzelnen hat DDT zumindest einen neuen Fehler entdeckt und das in allen Fällen innerhalb von Minuten. Dafür reicht ein normaler PC. "Wir versuchen, Konsumenten die Möglichkeit zu geben, Treiber zu testen", betont Candea. Denn das würde Kunden die Möglichkeit bieten, sich bei schlechten Produkten für andere Treiber und auch Hardware zu entscheiden. "Damit steigt der Druck auf Hersteller, fehlerfreie Gerätetreiber zu liefern", meint der Informatiker.

Stabilitäts-Spezialisten

Candeas Team hat mit Dimmunix auch ein Tool entwickelt, das Abstürze bei laufenden Programmen verhindert (pressetext berichtete: http://www.pressetext.com/news/100129002/). "Prinzipiell wäre es wirklich interessant, beide Ansätze zu kombinieren", meint Candea auf Nachfrage von pressetext. Denn der Anwender hat bei einmal gekaufter Hardware oft keine andere Wahl, als den zugehörigen Treiber zu nutzen. Leider ist die Kombination in der Praxis nicht möglich. "Gerätetreiber sind im System etwas so Grundlegendes, dass Dimmunix damit nicht wirklich interagieren kann", erklärt der Informatikprofessor.

nach oben Do, 1 Jul 2010 14:53:01 +0200-362

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